IGC-GMR November: Globale Getreide- und Maisernten sowie Verbrauch nach oben revidiert

Bestände schmelzen - Weizenprognose unverändert - leichter Lagerabbau bei großen Exporteuren
Der IGC mit Sitz in London veröffentlichte am 21. November den letzten Grain Market Report dieses Jahres zu den weltweiten Getreidemärkten mit mit der neusten Schätzung für 2019/20. Für 2020/21 prognosiziert er eine Ausdehnung der Weizenfläche um 1% und der von Raps um 3%.
Der Internationale Getreiderat IGC schätzt in seinem Grain Market Report (GMR) vom November die weltweiten Getreide-, Mais- und Sojabohnenernten 2019/20 gegenüber dem Vormonat um 5 Mio. t größer bei 2,162 Mrd. t (+0,9% zum Vorjahr), weil er die Maisproduktion um eben diese Menge nach oben revidiert. Doch wird der Maisverbrauch - und ebenso der gesamte Getreidekonsum der Welt - auch um 4 Mio. t höher als vor Monatsfrist gesehen. Die Weizenprognose bleibt zum Oktober unverändert. Im Vergleich zur Vorsaison überwiegen Zunahmen der Weizen- und Gerstenerzeugung - letztere erreicht eine Rekordhöhe - einen Rückgang der von Mais. Das gesamte Angebot liegt jedoch aufgrund der kleinsten Anfangsbestände seit drei Saisonen mit 2,782 Mrd. t um 10 Mio. t oder 0,3% unter dem von 2018/19. Dagegen erreicht der weltweite Verbrauch einen absoluten Spitzenwert von 2,188 Mrd. t Getreide und Mais mit einem Wachstum von 0,8% quer durch alle Verwendungen von Ernährung (+0,9%), Verfütterung (+0,5%) bis industrieller Verwertung (+1,5%). Unter dem Strich schmelzen im dritten Jahr in Folge die Endlager 2019/20 um 26 Mio. t oder 4,2% auf ein Fünfjahres-Tief von 594 Mio. t ab. Signifikant, um ein Drittel, schrumpfen auch die Sojabohnenendbestände.

IGC-Weltgetreidebilanzen November 2019

2016/17 2017/18
vorläufig
2018/19
Schätzung
2019/20
Prognose
Veränderung 2019/20
zu Vorbericht
Weizen
Ernte 757 762 733 762 +/-0
Verbrauch 736 739 738 756 +/-0
Endbestand 248 271 265 271 +/-0
Bestandsänderung
zu Vorjahr
+21 +22 -5 +6 +/-0
Ratio stock/use 33,70% 36,67% 35,91% 35,85% +/-0,00%
Mais
Ernte 1134 1091 1131 1103 +5
Verbrauch 1092 1119 1152 1142 +4
Endbestand 367 339 318 279 +1
Bestandsänderung
zu Vorjahr
+42 -28 -21 -39 +-1
Ratio stock/use 33,61% 30,29% 27,60% 24,43% +/-0,00%
Getreide gesamt
Ernte 2190 2141 2143 2162 +5
Verbrauch 2127 2153 2172 2188 +4
Endbestand 660 648 620 594 +2
Bestandsänderung
zu Vorjahr
+63 -12 -28 -26 -1
Ratio stock/use 31,03% 30,10% 28,55% 27,15% +0,04%
Sojabohnen
Ernte 352 341 359 341 +/-0
Verbrauch 338 345 352 359 -1
Endbestand 48 45 53 35 +3
Bestandsänderung
zu Vorjahr
+14 -4 +8 -17 -1
Quellen: IGC, Grain Market Report vom 21. November 2019 im Vergleich zum Report vom 24. Oktober 2019. Zahlenangaben in Mio. t. Nächster Report: Jänner 2020

Weizenendlager der größten Exporteure schrumpfen sogar leicht

Die Weizenlager wachsen zwar global betrachtet 2019/20 auf eine Rekordmenge von 271 Mio. t oder 35,8% des Verbrauchs an, doch relativiert der Rat: Die Anhäufung geht vor allem auf die - nicht weltmarktrelevanten - Regionen Indien und China zurück, wohingegen die Weizenreserven der wichtigsten Exporteure (Argentinien, Australien, Kanada, EU, Kasachstan, Russland, Ukraine und USA) sogar leicht - um 1 Mio. t auf 70 Mio. t - schrumpfen. Einen starken Rückgang der Endbestände um 39 Mio. t (einschließlich USA -7 Mio. t, EU -2 Mio. t und China -21 Mio. t) prognostizieren die Londoner Experten dem Mais.

Prognose 2020/21: Weizenfläche nimmt um 1% und Rapsanbu um 3% zu

In einer Prognose für das kommende Wirtschaftsjahr 2020/21 sagt der IGC eine Zunahme der Weizenfläche auf 218 Mio. ha voraus. Zu nasses Wetter hat die Herbstarbeit der Landwirte in Teilen der EU - vor allem in Frankreich und Großbritannien - unterbrochen. Dagegen hat Trockenheit die Bestände in der Ukraine vor dem Winter in einem schlechten Zustand aufgehen lassen und es wird ein signifikanter Rückgang der Anbaufläche berichtet. Dementgegen bestellen Russlands Landwirte zur Ernte 2020 eine größere Ackerfläche mit Weizen. In den USA bleibt der Weizenanbau nahe seinem aktuellen historischen Tiefstand. Eine 3%ige Ausdehnung soll die globale Rapsaussaat erfahren, wobei neben dem Schwarzmeerraum auch die EU größere Flächen aufweisen soll.

Sojabohnen: Ernte 2019/20 um 5% kleiner als im Vorjahr - Lager schrumpfen um ein Drittel

Die kleinste Sojabohnenernte in sechs Jahren der USA kann in den globalen Produktionszahlen von Zuwächsen in anderen Regionen wie Brasilien nicht aufgewogen werden. Die weltweite Bohnenernte sinkt 2019/20 gegenüber dem Vorjahr um 5,1% auf 341 Mio. t, jedoch geht das Angebot aufgrund höherer Überlager (+17,7% zum Vorjahr) nur um 2,6% auf 394 Mio. t zurück. Der Verbrauch legt 2019/20 angeführt von Asien und Amerika nur moderat und schwächer als in den Vorjahren um 2,0% auf 359 Mio. t zu, sodass die Sojabohnenendlager - vor allem in den USA - weltweit um ein Drittel (-32,9%) auf 35 Mio. t schrumpfen. Vor allem die Lager der großen Exporteure sollen sich um 47,6% leeren.

IGC-Getreide- und Ölsaaten-Preisindex sinkt im November um 1% und zum Vorjahr um 2%

Der globale Getreide- und Ölsaaten-Preisindex (GOI) verlor im November 1,3% und gegenüber dem Vorjahr 1,9%. Im Plus war nur der Subindex von Mais mit 2,4% zum Vormonat und 3,2% im Jahresabstand. Er wurde getragen von starkem Exportgeschäft und Gewinnen der südamerikanischen Preise. Diese überwogen Preisverluste von US-Mais. Die Weizenpreise litten im Monatsabstand unter dem weltweit großen Angebot und ihr Subindex ging binnen Monatsfrist um 2,8% zurück - im Jahresvergleich sogar um 7,5%. Gerste verlor 0,2% (-20,4% zum Vorjahr). Preisrückgänge in allen Herkünften drückten den Sojabohnen-Subindex gegenüber Oktober um 1,9%, zum Vorjahr fiel er aber um 1,1% höher aus.

Über den Grain Market Report - GMR

Weiters stellt die Kurzzusmmenfassung des GMR auf der Website des IGC eine kurze Analyse der jüngsten Entwicklung der Getreide- und Ölsaatenmärkte sowie der Exportpreise und einen Ausblick auf das weitere Wirtschaftsjahr zur Verfügung.

Die Veröffentlichung des nächsten Berichts ist im Jänner 2020 geplant.

Auf der Website des IGC (Link siehe unten) findet sich tagesaktuelle Information über Exportpreise, weiters eine Übersicht über wöchentlich upgedatete Ozeanfrachtraten sowie der Getreide- und Ölsaatenindex des IGC auf Basis Jänner 2000 = 100.