AMA-Flächenauswertung nach MFA April 2026: Weichweizen und Rüben auf Langzeittief

Deutliche Veränderungen im Anbauverhalten - Mais und Sonnenblumen neuerlich beliebter
Die Flächenauswertung der AMA-Mehrfachanträge im April 2026 zeigt deutliche Veränderungen im Anbauverhalten (siehe unten Download "AMA-Getreideflächen-04-2026.pdf"). Weichweizen verzeichnet unter allen Getreidearten - offensichtlich wegen der schwachen Preise - den größten Flächenrückgang zum Vorjahr auf das historisch kleinste Ausmaß von 236.991 ha (-4.779 ha). Demgegenüber erreicht Wintergerste mit 101.054 ha den größten Zuwachs (+4.678 ha) und die größte Anbaufläche seit 2020.
Der Anbau von Sommergerste wird jedoch weiter eingeschränkt (-2.973 ha) und erreicht das historisch geringste Flächenausmaß von lediglich 21.678 ha. Die Sommergerstenfläche schrumpfte in den letzten zehn Jahren um 58%. Die diesjährige Sommergerstenfläche inkludiert 5.055 ha Sommergerste (-1.000 h zum Vorjahr) im Herbstanbau vorwiegend in Niederösterreich (4.940 ha). Die Roggenfläche legt vor allem im Bio-Anbau (+2.044 ha) um 2.863 ha zu. 2024/25 sind die Erzeugerpreise für Bio-Roggen um 20% gestiegen, und die aktuellen Lagerbestände (per 31. Jänner 2026) liegen um ein Viertel unter dem Vorjahreswert. Hingegen wurde wegen der sehr guten Versorgung die Haferfläche insbesondere im Bio-Bereich reduziert.

Mais und Sonnenblumen setzten Flächenzunahmen fort

2026 wurde die Körnermaisfläche – nach einem kräftigen Plus im Vorjahr – um weitere 2.600 ha auf 204.967 ha ausgedehnt. Dies ist das größte Ausmaß seit dem Rekord aus 2013. Flächenrückgänge von anderen Frühjahrskulturen wie Zuckerrüben auf den historischen Tiefststand von 22.807 ha (-2.212 ha) oder Erdäpfeln und Sojabohnen begünstigen dies.
 
Nach einer kräftigen Ausdehnung im Vorjahr wurde die Sonnenblumenfläche bei weiterhin attraktiven Preisen noch einmal deutlich vergrößert: um 5.157 ha auf 26.397 ha. Demgegenüber verliert die Sojabohne das zweite Jahr in Folge Anbauflächen (-3.034 ha auf 85.622 ha). Überraschenderweise wurde die Rapsfläche nach langjährigen Einschränkungen um 1.214 ha auf 19.872 ha ausgedehnt - vorwiegend in Oberösterreich und im Burgenland um jeweils rund 500 ha.

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