Dezember-WASDE-Bericht: Globale Endlagerprognose von Weizen gesenkt und die von Mais angehoben
Kleinste Weizenlager seit 2015/16 - Weizen- und Maisexport der Ukraine hinaufgesetzt
Das US-Landwirtschaftsministerium USDA hebt im Dezember WASDE-Report im Vergleich zum Vormonat die Ernten von Weizen und Mais an, senkt aber die Endlagerprognose für Weizen mit einem Lagerabbau um 11,65 Mio. t auf den niedrigsten Stand seit 2015/16, während es die Endbestände von Mais eine Spur anhebt, den Lageraufbau aber etwas geringer als vor Monatsfrist schätzt.
Das USDA hebt das globale Weizenangebot insbesondere wegen höherer Ernteschätzungen für Australien und Kanada um 1,3 Mio. t an, die eine Senkung für Brasilien mehr als kompensieren. Noch stärker nach oben - um 1,8 Mio. t - revidiert der WASDE allerdings den weltweiten Weizenverbrauch vor allem in der EU, in Südkorea und Thailand sowie in China. Damit senkt der Report die Endlagerprognose für den Weizen um 0,5 Mio. t.
WASDE: USDA-Prognose zu weltweiten Versorgungsbilanzen - Dezember 2023
2021/22 | 2022/23 vorläufig |
2023/24 Prognose |
2023/24 zu Vormonat |
23/24 zu 22/23 |
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Weizen | |||||
Ernte | 780,01 | 789,66 | 783,01 | +1,03 | -6,65 |
Angebot | 1064,44 | 1061,97 | 1052,86 | +1,33 | -9,11 |
Verbrauch | 792,13 | 792,12 | 794,66 | +1,82 | +2,54 |
Endbestand | 272,31 | 269,85 | 258,20 | -0,49 | -11,65 |
Bestand zu Vorjahr |
-12,12 | -2,46 | -11,65 | +0,79 | +9,19 |
Ratio stock/use | 34,38% | 34,07% | 32,49% | -0,14% | -1,58% |
Mais | |||||
Ernte | 1217,27 | 1157,24 | 1222,07 | +1,28 | +64,83 |
Angebot | 1510,22 | 1467,75 | 1522,17 | +2,16 | +54,42 |
Verbrauch | 1199,70 | 1167,66 | 1206,95 | +1,92 | +39,29 |
Endbestand | 310,51 | 300,10 | 315,22 | +0,23 | +15,12 |
Bestand zu Vorjahr |
+17,56 | -10,41 | +15,12 | -0,65 | +4,71 |
Ratio stock/use | 25,88% | 25,70% | 26,12% | +0,02% | +0,42% |
Getreide gesamt | |||||
Ernte | 2794,86 | 2750,08 | 2803,06 | +3,98 | +52,98 |
Angebot | 3589,79 | 3543,00 | 3577,14 | +4,74 | +34,14 |
Verbrauch | 2796,87 | 2768,92 | 2809,63 | +4,45 | +40,71 |
Endbestand | 792,92 | 774,08 | 767,51 | +0,28 | -6,57 |
Bestand zu Vorjahr |
-2,01 | -18,84 | -6,57 | +0,48 | -12,27 |
Ratio stock/use | 28,35% | 27,96% | 27,32% | +0,03% | -0,64% |
Sojabohnen | |||||
Ernte | 360,43 | 374,39 | 398,88 | -1,54 | +24,49 |
Angebot | 460,69 | 472,39 | 500,80 | +0,07 | +28,41 |
Verbrauch | 363,97 | 364,13 | 383,96 | +0,28 | +19,83 |
Endbestand | 98,00 | 101,92 | 114,21 | -0,30 | +12,29 |
Bestand zu Vorjahr |
-2,26 | +3,92 | +12,29 | -1,91 | +8,37 |
Ratio stock/use | 26,93% | 27,99% | 29,75% | -0,10% | +1,76% |
Ukraine exportiert mehr Weizen - EU-Weizenimport angehoben aber deutlich unter Vorjahr
Die Weizenernte der Ukraine bleibt unverändert bei 22,50 Mio. t, der Export wird gegenüber November aber um 0,50 Mio. t auf 12,50 Mio. t hinaufgesetzt. Ebenso soll die EU nunmehr mit 8,50 Mio. t um 1,00 Mio. t mehr Weizen als laut dem Novemberbericht einführen, wobei der Importe aber gegenüber dem Vorjahr deutlich um 3,60 Mio. t zurückgeht. Die Prognosen der Ausfuhren für die EU mit 37,50 Mio. t und für Russland mit 50,00 Mio. t bleiben unverändert, die Einfuhren Chinas werden um 0,50 Mio. t auf 12,50 Mio. t nach oben revidiert. Chinas Großeinkäufe in den USA mit dem größten Export von Soft Red Winter seit 2013/14 lassen zwar die Endlagererwartung in den Vereinigten Staaten sinken, die Lager wachsen aber gegenüber dem Vorjahr dennoch um 13% an.
Weltweite Mais- und Futtergetreidebestände wachsen an - EU-Maisimport über Vorjahr
Größere Exportmengen und niedrigere Endbestände sagt das USDA den USA auch für Mais voraus, aber auch hier wachsen die Endbestände im Jahresabstand um sogar 57%. Die Ukraine soll nun mit 30,50 Mio. t um 1,00 Mio. t mehr Mais einfahren und um ebenso viel mehr - nämlich 21,00 Mio. t - ausführen können. Die Maisernte der EU setzen die Washingtoner Experten um 0,30 Mio. t größer bei 60,10 Mio. t an - höher angesetzte Erträge Frankreichs überwiegen reduzierte Bulgariens. Die Importe der Union zur Deckung des auf 80,20 Mio. t (+0,20 Mio. t) angehobenen Verbrauchs bleiben aber mit 24,50 Mio. t gleich wie vor Monatsfrist, jedoch um 1,35 Mio. t über dem Vorjahresergebnis. Insgesamt soll die Welt mehr Futtergetreide erzeugen und der Lagerstand stärker ansteigen als laut dem Vormonatsreport.
Ölsaatenproduktion gesenkt - Bestandsaufbau bei Sojabohnen etwas schwächer
Die Ölsaatenprognose des USDA spricht von einer kleineren Produktion vor allem von Sojabohnen und Sonnenblumen, die eine Anhebung der Rapsernten mehr als aufwiegen. Vor allem Brasiliens Sojaernte wird um 2,0 Mio. t gesenkt. Der WASDE hebt die Anfangsbestände von Sojabohnen sowie den Verbrauch etwas an, unter dem Strich kommen in der Bilanz gegenüber zuletzt etwas kleinere Endlager und ein etwas schwächerer Bestandsaufbau um 12,29 Mio. t heraus. Chinas Sojaimport hebt des USDA binnen Monatsfrist um 2,00 Mio. t auf 102,00 Mio. t an - das ist gut ein Viertel der weltweiten Erzeugung.