MARS-Bulletin März 2026: Winterungen in Europa weitgehend zufriedenstellend
Sorge um lokale Frostschäden im Norden und Osten - Regen verbessert Aussichten im Maghreb
Laut Wissenschaftlichem Dienst der Europäischen Kommission (JRC, Joint Research Center) im ersten MARS-Bulletin (Monitoring Agricultural Ressources) des Jahres 2026 vom März blieben die Bedingungen für die Winterkulturen in Europa weitgehend zufriedenstellend. Strenge und anhaltende Kälte bereiteten in einzelnen Regionen, wo die Schneedecke nicht ausreichte, Sorgen um Frostschäden. Ausgiebiger Regen in Westfrankreich im Südeuropa und dem westlichen Mittelmeerraum habe die Bodenfeuchtigkeit und Wasserserven zwar wiederaufgebaut, aber auch zu lokalen Überflutungen geführt, Im Maghreb habe Regen die Ertragsaussichten verbessert, sei aber auch hier im Westen zu viel geworden.
Der März-Report nennt noch keine Ertragszahlen für Europa, sondern bringt lediglich Prognosen für die drei nordafrikanischen Maghreb-Staaten im Vergleich zum Fünfjahres-Schnitt, jedoch keine Jahresvergleiche von Flächenerträgen sowie Gesamtproduktion. In allen drei Ländern blieben die Anbauflächen der beobachteten Kulturen im Jahresvergleich praktisch unverändert, seien aber mit Ausnahme Algeriens über die vergangenen Jahre zum Teil massiv eingeschränkt worden: Etwa Marokko minus 22% Weizen, minus 24% Durum und 34% Gerste oder Tunesien minus 56% Weichweizen.
Maghreb: Hektarerträge teilweise über Schnitt - Gesamternten jedoch mancherorts darunter
Das Regenplus über den Winter habe allerdings die Flächenverluste über die Jahre bei den drei Nordafrikanern mancherorts nicht ausgleichen können. Für Tunesien nennt das Bulletin 7% mehr Weizen pro Hektar und um 10% mehr als im Mittel der letzten fünf Jahre. Marokko hingegen erwarte 8% höhere Hektarerträge an Weizen, jedoch und eine um 20% kleinere Ernte gegenüber dem fünfjährigen Mittel. Vor allem die Weichweizenernte Tunesiens bleibe um 58% unter dem mehrjährigen Mittel, die Marokkos noch um 19% darunter. Algerien hingegen erwarte bei Weizen 10% mehr Hektarertrag und Gesamtproduktion als im fünfjährigen Durchschnitt sowie 16% mehr Gerste. Dabei falle das Plus an Durum mit 11% deutlicher als das von Weichweizen mit 7% aus.
Bei Gerste könnten gegenüber den fünf Jahren alle drei Länder bessere Flächenerträge erzielen, jedoch lediglich Algerien ein Produktionsplus (+16%), Tunesien (-13%) sowie insbesondere Marokko (-34%) aber deutlich schwächere Ernten.
Bei Gerste könnten gegenüber den fünf Jahren alle drei Länder bessere Flächenerträge erzielen, jedoch lediglich Algerien ein Produktionsplus (+16%), Tunesien (-13%) sowie insbesondere Marokko (-34%) aber deutlich schwächere Ernten.
Europa: Regional Sorgen um Auswinterungen und Niederschlagsdefizite
Von "Sorgenregionen" in Bezug auf Frostschäden sprechen die EU-Agrarmeteorologen in Ostpolen, im Baltikum und der Westukraine. Hier seien bei lokal bis zu minus 30 Grad Celsius Auswinterungen wahrscheinlich, mancherorts habe nicht einmal eine Schneedecke schützen können. Ansonsten hätten die Winterkulturen vielerorts in Europa eine gute Frosthärte entwickelt. Kleineres Frostrisiko verzeichneten Nordostdeutschland, Dänemark und Schweden sowie Westpolen und die zentrale Ukraine. Weite Teile Europas - auch Mitteleuropa, der Westbalkan, Rumänien und die Zentralukraine - hätten im Dezember Niederschlagsdefizite verzeichnet. Im Jänner und Februar wäre Nordosteuropa von zu wenig Feuchtigkeit und zusätzlich Kälte betroffen gewesen. Langanhaltende intensive Kälte und dünne Schneedecken hätten zu lokalen Frostschäden in Finnland, dem Baltikum, Polen und der Ukraine geführt.