WASDE April 2026: Vor allem Weizenendlager und Bestandsaufbau nochmals deutlich erhöht
Mehr Weizenangebot und weniger Verbrauch - auch Maisbestände hinaufgesetzt
Das US-Landwirtschaftsministeriums USDA erhöht im WASDE-Bericht vom April gegenüber dem Vormonat die globalen Weizenendlager 2025/26 nochmals deutlich, indem es die Erzeugung hinauf- und den Verbrauch hinuntersetzt. Vor allem die Weizenexporteure - auch neuerlich die EU - sind vom Lageraufbau betroffen. Ebenso werden die Maislager bei nach wie vor leichtem Lagerabbau etwas größer geschätzt. Das Angebot - Anfangsbestände und Produktion - werden nach oben revidiert, jedoch stärker als auch der Konsum.
Gegenüber März steigt auch die USDA-Prognose für die weltweite Produktion von Getreide 2025/26 (alle Getreidearten und Mais) um 7,23 Mio. t auf 2.983,76 Mio. t (+130,90 Mio. t zu 2024/25) und die für das Angebot um 7,19 Mio. t auf 3.759,09 Mio. t (+109,51 Mio. t zu 2024/25). Die Verbrauchsschätzung sinkt um 2,15 Mio. t auf 2.957,49 Mio. t (+83,24 Mio. t zu 2024/25). Damit hebt der WASDE-Bericht die globale Endlagerprognose von Getreide in der laufenden Saison um 9,33 Mio. t auf 801,60 Mio. t an. Dies ist ein Lageraufbau gegenüber 2024/25 um 26,27 Mio. t oder 3,4% auf 27,10% am Verbrauch (stock to use).
WASDE: USDA-Prognose zu weltweiten Versorgungsbilanzen - April 2026
| 2023/24 | 2024/25 vorl. |
2025/26 Prognose |
25/26 zu Vormonat |
25/26 zu 24/25 |
|
| Weizen | |||||
| Ernte | 791,53 | 799,33 | 844,15 | +2,03 | +44,82 |
| Angebot | 1.066,22 | 1.068,97 | 1.103,24 | +1,49 | +34,27 |
| Verbrauch | 796,58 | 809,88 | 820,12 | -4,68 | +10,24 |
| Endbestand | 269,62 | 259,09 | 283,12 | +6,16 | +24,03 |
| Bestand zu Vorjahr |
-5,04 | -10,56 | +24,03 | +6,70 | +13,47 |
| Ratio stock/use | 33,85% | 31,99% | 34,52% | +0,94% | +2,53% |
| Mais | |||||
| Ernte | 1.231,13 | 1.231,38 | 1.301,07 | +3,63 | +69,69 |
| Angebot | 1.536,49 | 1.546,63 | 1.597,35 | +4,09 | +50,72 |
| Verbrauch | 1.221,24 | 1.250,35 | 1.302,55 | +2,04 | +52,20 |
| Endbestand | 315,25 | 296,28 | 294,81 | +2,06 | -1,47 |
| Bestand zu Vorjahr |
+9,89 | -18,97 | -1,47 | -1,60 | -17,50 |
| Ratio stock/use | 25,81% | 23,70% | 22,63% | +0,12% | -1,06% |
| Getreide gesamt | |||||
| Ernte | 2.822,69 | 2.852,86 | 2.983,76 | +7,23 | +130,90 |
| Angebot | 3.615,88 | 3.649,58 | 3.759,09 | +7,19 | +109,51 |
| Verbrauch | 2.819,16 | 2.874,25 | 2.957,49 | -2,15 | +83,24 |
| Endbestand | 796,72 | 775,33 | 801,60 | +9,33 | +26,27 |
| Bestand zu Vorjahr |
+3,53 | -21,39 | +26,27 | +9,38 | +4,88 |
| Ratio stock/use | 28,26% | 26,98% | 27,10% | +0,33% | +0,13% |
| Sojabohnen | |||||
| Ernte | 396,40 | 428,15 | 427,41 | +0,23 | -0,74 |
| Angebot | 498,22 | 543,28 | 552,22 | +1,20 | +8,94 |
| Verbrauch | 383,87 | 413,46 | 425,88 | +1,72 | +12,42 |
| Endbestand | 115,13 | 124,81 | 124,79 | -0,52 | -0,02 |
| Bestand zu Vorjahr |
+13,31 | +9,68 | -0,02 | -1,45 | -9,66 |
| Ratio stock/use | 29,99% | 30,19% | 29,30% | -0,24% | -0,89% |
Quelle: WASDE-Bericht des USDA, 9. April 2026, eigene Berechnungen, Angaben in Mio. t. Monatsvergleiche zum Report vom 10. März 2026. Anmerkungen: Getreide enthält Weizen, alle Futtergetreide inklusive Mais und Reis. Die Daten von Sojabohnen basieren auf den lokalen Wirtschaftsjahren mit Ausnahme von Argentinien und Brasilien, deren Wirtschaftsjahre auf den Zeitraum Oktober bis September abgestellt werden. Daher können die Daten des globalen Angebots und Verbrauchs sowie von Export und Import nicht korrelieren. Nächster WASDE-Bericht: 12. Mai 2026.
Weizenendlager wegen größerem Angebot und weniger Verbrauch deutlich angehoben
In der weltweiten Weizenprognose 2025/26 steigt die Erzeugung zum Vormonat um 20,3 Mio. t auf 844,15 Mio. t (+44,82 Mio. t zu 2024/25) und das Angebot um 1,49 Mio. t auf 1.103,24 Mio. t (+34,27 Mio. t zu 2024/25). Vor allem die Weizenernten der EU (+1,11 Mio. t auf 145,11 Mio. t, +24,05 Mio. t zu 2024/25) und Russlands (+0,80 Mio.t auf 90,30 Mio. t, +8,70 Mio. t zu 2024/25) legen binnen Monatsfrist neuerlich zu. Dementgegen setzt das Washingtoner Ressort die Verbrauchserwartung um 4,68 Mio. t auf 820,12 Mio. t (+10,24 Mio. t zu 2024/25) hinab, vor allem weil Indien weniger Weizen als bisher vermutet in Ernährung, Saatgut und industrielle Verarbeitung stecken soll. Daraus resultiert eine neuerliche deutliche Anhebung der Weizenendlager um 6,16 Mio. t auf 283,12 Mio. t, was gegenüber 2024/25 einen Lageraufbau um 24,03 Mio. t oder 9,3% auf 34,52% stock zu use ausmacht.
Lageraufbau vor allem bei den Exporteuren und in Indien
Der Lageraufbau findet vor allem in der Gruppe der wichtigen Exportnationen - auch in der EU - sowie in Indien (+10,20 Mio. t zu 2024/25, +4,81 Mio. t zum Vormonat) und Bangladesch statt. Die Weizenlager der Exporteure (Argentinien, Australien, EU, Kanada, Kasachstan, Russland, Ukraine und USA) nehmen demnach zum Vorjahr um 18,30 Mio. t oder 30,2% auf 78,95 Mio. t oder 18,4% ihres Verbrauchs zu. Dies allerdings mit sehr unterschiedlichen Endlageranteilen am jeweiligen Verbrauch (siehe unten Tabelle "Weizen 04-2026: Anteil Endlager an Verbrauch und globaler Reserve"). Die Endbestände der USA steigen bei 2,26 Mio. t Lageraufbau gegenüber März um 0,18 Mio. t. Die Weizenendlager der EU werden zum Vormonat um 0,51 Mio. t auf 16,18 Mio. t angehoben. Dies entspricht 5,10 Mio. t oder 46,0% Lageraufbau gegenüber der Vorsaison und dennoch nur engen 11,1% Endlageranteil am Verbrauch - im Vergleich etwa zu 46,3% stock to use in den USA oder gar 83,8% in China. Dabei soll das Reich der Mitte aber auf 2,93 Mio. t Lagerabbau kommen. Das USDA belässt im Gegensatz zur Anhebung der Ernte den Eigenverbrauch der EU (115,50 Mio. t, +7,00 Mio. t zu 2024/25) und den Export (30,50 Mio.t, +2,58 Mio. t zu 2024/25) gleich groß wie im März. 9,58 Mio. t Verbrauchssteigerung im Jahresabstand können aber 19,16 Mio. t Mehrangebot nicht kompensieren.
Weizen 04-2026: Anteil Endlager an Verbrauch und globaler Reserve
| Verbrauch | Endlager | stock/use | Anteil an Endlager global |
|
| Welt | 820,1 | 283,1 | 34,5% | 100,0% |
| China | 149,0 | 124,9 | 83,8% | 44,1% |
| Welt ohne China |
893,0 | 158,3 | 17,7% | 55,9% |
| Exporteure | 429,7 | 79,0 | 18,4% | 27,9% |
| USA | 55,2 | 25,5 | 46,3% | 9,0% |
| EU | 146,0 | 16,2 | 11,1% | 5,7% |
Quelle: WASDE vom 9. April 2026, eigene Berechnungen, Zahlenangaben in Mio. t, gerundet.
Verbrauch: Eigenverbrauch + Export,
Exporteure: Argentinien, Australien, EU, Kanada, Russland, Ukraine, USA.
Anmerkung: WASDE zählt entgegen IGC-GMR Kasachstan nicht zur Gruppe der Exporteure und auch die USA nicht mit. Daten von Kasachstan und USA sind zur besseren Vergleichbarkeit mit IGC-GMR vom Autor in diese Tabelle hineingerechnet.
Globaler Weizenhandel leicht gesenkt - weniger Export aus Ukraine mehr aus Russland
Ohne in den Erklärungen auf den Nahost-Krieg einzugehen, senkt das US-Agrarressort gegenüber März das weltweite Exportpotenzial von Weizen um 0,28 Mio. t auf 221,88 Mio. t (+11,42 Mio. t oder +5,4% zu 2024/25). Es heißt lediglich, verringerte Exportaussichten für die Ukraine (12,50 Mio. t. -1,00 Mio. t zum März und -3,25 Mio. t zu 2024/25), Australien und Brasilien könnten von verbesserten für Russland (Nummer eins der Exporteure, 44,50 Mio. t, +1,00 Mio. t zum März und +1,50 Mio. t zu 2024/25) und Kasachstan nicht aufgewogen werden.
Maislager angehoben - global minimaler Abbau - aber deutlicher Aufbau in USA
Die Maisprognose des WASDE für die USA, den größten Produzenten (432,34 Mio. t, +54,07 Mio. t zu 2024/25) und Exporteur (83,82 Mio. t, +11,22 Mio.t zu 2024/25), bleiben gegenüber März unverändert - sowie letztlich auch 14,62 Mio. t oder 37,1% Lageraufbau. Auch an Mais halten die USA mehr Endlageranteil am Verbrauch als die ganze Gruppe der Exporteure (siehe unten Tabelle "Mais 04-2026: Anteil Endlager an Verbrauch und globaler Reserve") und insbesondere die Ausfuhrländer ohne die USA (7,0% stock to use). Die weltweite Maiserzeugung hebt das USDA vor allem wegen Aufwärtskorrekturen für Indien, Südafrika, Indonesien und Russland im Monatsabstand um 3,63 Mio. t auf 1.301,07 Mio. t (+69,69 Mio. t zu 2024/25) an und das Angebot um 4,09 Mio. t auf 1.597,35 Mio. t (+50,72 Mio. t zu 2024/25). Den Verbrauch revidiert der Report nur um 2,04 Mio. t auf 1.302,55 Mio. t (+52,20 Mio. t zu 2024/25) hinauf. Somit steigt die Endlagerprognose zu März um 2,06 Mio. t auf 294,81 Mio. t Mais. Es verbleibt zumindest noch ein minimaler Lagerabbau um 1,47 Mio. t oder 0,5% auf 22,63% des Verbrauchs.
Mais 04-2026: Anteil Endlager an Verbrauch und globaler Reserve
| Verbrauch | Endlager | stock/use | Anteil an Endlager global |
|
| Welt | 1.302,6 | 294,8 | 22,6% | 100,0% |
| China | 321,0 | 180,2 | 56,1% | 61,1% |
| Welt ohne China |
1.188,8 | 114,7 | 9,6% | 38,9% |
| Exporteure | 671,5 | 71,7 | 10,7% | 24,3% |
| USA | 418,4 | 54,0 | 12,9% | 18,3% |
| EU | 76,6 | 5,9 | 7,7% | 2,0% |
Quelle: WASDE vom 9. April 2026, eigene Berechnungen, Zahlenangaben in Mio. t, gerundet.
Verbrauch: Eigenverbrauch + Export.
Exporteure: Argentinien, Brasilien, Russland, Südafrika, Ukraine, USA.
Anmerkung: WASDE zählt entgegen IGC-GMR die USA nicht bei Gruppe der Exporteure mit, dafür aber Russland und Südafrika. US-Daten sind in diese Tabelle zur besseren Vergleichbarkeit mit IGC-GMR vom Autor hineingerechnet.
Minimale Korrekturen an EU-Maisbilanz 2025/26
Um jeweils eine Spur korrigiert das USDA beim Nettoimporteur EU die Maiserzeugung (-0,15 Mio. t, 56,80 Mio. t, -2,79 Mio. t zu 2024/25), die Anfangsbestände (-0,03 Mio. t, 6,18 Mio. t, -1,11Mio. t zu 2024/25) sowie den Verbrauch (-0,20 Mio. t, 74,80 Mio. t, -1,90 Mio. t zu 2024/25) nach unten. Die Maiseinfuhren werden weiterhin auf 19,50 Mio. t (+0,74 Mio. t zu 2024/25) angesetzt. Bei den potenziellen Herkunftsländern belässt der Report den Maisexport der Ukraine bei 22,00 Mio. t (+1,98 Mio. t zu 2024/25).
Globale Sojabohnenbilanz in den ganz leicht negativen Bereich gedreht
Mit einer nur minimalen Anhebung der Produktion um 0,23 Mio. t (427,41 Mio. t, -0,74 Mio. t zum Vorjahr) aber einer stärkeren von 1,72 Mio. t des Verbrauchs (425,88 Mio. t, +12,42 Mio. t zum Vorjahr) dreht der WASDE-Report die globale Ölsaatenbilanz von zuvor 1,85 Mio. t Lageraufbau nunmehr in einen leicht negativen Bereich mit 0,02 Mio.t Lagerabbau.
US-Sojabohnenbilanz: Mit weniger Export kommt es zu Lageraufbau - Brasilien profitiert
Dementgegen wachsen aber die Sojaendlager des zweitgrößten Bohnenexporteurs, USA, im Jahresabstand um 0,68 Mio. t an, wobei die Ernte (115,99 Mio. t) zum Vorjahr um 3,51 Mio. t kleiner ausfällt, der Export aber um 9,32 Mio. t (41,91 Mio. t, -0,95 Mio. t zum Vormonat) zurückfällt. Es steigt zwar der Crush im Jahresabstand um 4,48 Mio. t (71,03 Mio. t, +0,95 Mio. t zum Vormonat), der Sojaschrotexport aber auch nur um 0,85 Mio. t auf 17,60 Mio.t. Der Binnenverbrauch der USA an Sojaschrot legt im Jahresvergleich lediglich um 1,98 Mio. t auf 39,21 Mio. t zu. All das kann die Bilanz nicht ausgleichen. Für den größten Exporteur von Sojabohnen, Brasilien, setzt das USDA die Ausfuhrprognose gegenüber März um 1,00 Mio. t auf 115,00 Mio. t (+11,86 Mio. t zum Vorjahr) hinauf. China, der größte Importeur, soll seine Sojabohneneinkäufe am Weltmarkt gegenüber dem Vorjahr um 4,00 Mio. t auf 112,00 Mio. t ausdehnen.