WASDE Februar 2026: Weizenlager global kleiner und in EU sowie USA größer geschätzt
Kaum überraschende Änderungen - auch Endlager von Mais und gesamtem Getreide gesenkt
Das US-Landwirtschaftsministerium USDA nimmt insgesamt kaum überraschende Änderungen zum Jänner vor. Es senkt die Endlager von Weizen bei einem allerdings weiterhin deutlichen Lageraufbau und reichlicher Versorgung. Die Weizenendbestände der EU hebt es aufgrund weniger Export und mehr Import dementgegen deutlich an - ebenso wie die der USA um eine Spur. Die globalen Maisendlager werden im Monatsabstand zurückgenommen und der Lagerabbau verstärkt sich. Die Endbestände von Getreide insgesamt werden auch kleiner als im Jänner prognostiziert, es verringert sich dementsprechend auch der Lageraufbau etwas.
Die USDA-Prognose für die weltweite Produktion und das Angebot von Getreide 2025/26 (alle Getreidearten und Mais) bleibt gegenüber dem Jänner nahezu unverändert. Die Produktion legt gegenüber dem Vorjahr um 120,10 Mio. t oder 4,2% auf 2.973,51 Mio. t zu, das Angebot nach dem vorjährigen Lagerabbau nur um 97,71 Mio. t oder 2,3% auf 3,747,65 Mio. t. Die Welt wird 2025/26 um 83,67 Mio. t oder 2,9% mehr Getreide (2.959,47 Mio. t) als 2024/25 verbrauchen. Die Verbrauchsschätzung steigt gegenüber Jänner um 1,34 Mio. t. Damit senkt das USDA die Endlagerprognose um 2,29 Mio. t auf 788,18 Mio. t und den Bestandsaufbau um 1,76 Mio. t auf 14,04 Mio. t Zuwachs. Die Endlager machen 26,63% des Verbrauchs aus.
WASDE: USDA-Prognose zu weltweiten Versorgungsbilanzen - Februar 2026
| 2023/24 | 2024/25 vorl. |
2025/26 Prognose |
25/26 zu Vormonat |
25/26 zu 24/25 |
|
| Weizen | |||||
| Ernte | 791,53 | 800,43 | 841,80 | -0,37 | +41,37 |
| Angebot | 1.066,17 | 1.069,72 | 1.101,57 | -0,59 | +31,85 |
| Verbrauch | 796,88 | 809,95 | 824,06 | +0,15 | +14,11 |
| Endbestand | 269,29 | 259,77 | 277,51 | -0,74 | +17,74 |
| Bestand zu Vorjahr |
-5,35 | -9,52 | +17,74 | -0,51 | +8,22 |
| Ratio stock/use | 33,79% | 32,07% | 33,68% | -0,10% | +1,60% |
| Mais | |||||
| Ernte | 1.231,14 | 1.230,58 | 1.295,91 | -0,10 | +65,33 |
| Angebot | 1.536,50 | 1.545,84 | 1.590,26 | -0,45 | +44,42 |
| Verbrauch | 1.221,24 | 1.251,50 | 1.301,29 | +1,49 | +49,79 |
| Endbestand | 315,26 | 294,35 | 288,98 | -1,93 | -5,37 |
| Bestand zu Vorjahr |
+9,90 | -20,91 | -5,37 | +1,58 | -15,54 |
| Ratio stock/use | 25,81% | 23,52% | 22,21% | -0,17% | -1,31% |
| Getreide gesamt | |||||
| Ernte | 2.822,98 | 2.853,41 | 2.973,51 | -0,42 | +120,10 |
| Angebot | 3.615,96 | 3.649,94 | 3.747,65 | -0,95 | +97,71 |
| Verbrauch | 2.819,43 | 2.875,80 | 2.959,47 | +1,34 | +83,67 |
| Endbestand | 796,53 | 774,14 | 788,18 | -2,29 | +14,04 |
| Bestand zu Vorjahr |
+3,55 | -22,39 | +14,04 | -1,76 | -8,35 |
| Ratio stock/use | 28,25% | 26,92% | 26,63% | +0,09% | -0,29% |
| Sojabohnen | |||||
| Ernte | 396,35 | 427,15 | 428,18 | +2,50 | +1,03 |
| Angebot | 498,13 | 542,23 | 551,84 | +2,76 | +9,61 |
| Verbrauch | 383,64 | 413,74 | 424,74 | +1,60 | +11,00 |
| Endbestand | 115,08 | 123,66 | 125,51 | +1,10 | +1,85 |
| Bestand zu Vorjahr |
+13,30 | +8,58 | +1,85 | +0,84 | -6,73 |
| Ratio stock/use | 30,00% | 29,89% | 29,55% | +0,15% | -0,34% |
Quelle: WASDE-Bericht des USDA, 10. Februar 2026, eigene Berechnungen, Angaben in Mio. t. Monatsvergleiche zum Report vom 12. Jänner 2026. Anmerkungen: Getreide enthält Weizen, alle Futtergetreide inklusive Mais und Reis. Die Daten von Sojabohnen basieren auf den lokalen Wirtschaftsjahren mit Ausnahme von Argentinien und Brasilien, deren Wirtschaftsjahre auf den Zeitraum Oktober bis September abgestellt werden. Daher können die Daten des globalen Angebots und Verbrauchs sowie von Export und Import nicht korrelieren. Nächster WASDE-Bericht: 10. März 2026.
Etwas weniger Weizenproduktion und Angebot - Verbrauch um einen Hauch angehoben
In der Weizenprognose senkt das USDA die Produktion um eine Spur von 0,37 Mio. t (841,80 Mio. t, +41,37 Mio. t zum Vorjahr) und das Angebot aufgrund kleinerer Anfangsbestände um 0,59 Mio. t (1.101,57 Mio. t, +31,85 Mio. t zum Vorjahr). Bei den Erntezahlen sticht eine Anhebung für Argentinien um 0,30 Mio. t auf den neuen Rekord von 27,80 Mio. t hervor. Im Gegensatz zum Angebot revidiert der WASDE-Report den globalen Weizenverbrauch um einen Hauch von 0,15 Mio. t (824,06 Mio. t, +14,11 Mio. t zum Vorjahr) nach oben. Daraus resultiert nunmehr eine Endlagerschätzung von 277,51 Mio. t, was 0,74 Mio. t weniger als im Vormonat ist. Zum Vorjahr 2024/25 wachsen die globalen Weizenendlager nunmehr um 17,74 Mio. t - 0,51 Mio. t weniger als vor Monatsfrist - auf ein Fünfjahres-Hoch an. Mit 33,68% Endlageranteil am Verbrauch ist die Versorgungslage sehr großzügig.
Endlager wachsen trotz steigendem Handelsvolumen bei Exporteuren an
Durch die Bank erwarten alle bedeutenden Weizenexporteure trotz einer Anhebung des globalen Exportvolumens um 2,20 Mio. t auf 221,96 Mio. t (+11,49 Mio. t zum Vorjahr) wachsende Endlagerstände in Summe von 16,67 Mio. t (Argentinien +1,71 Mio. t, Australien +1,13 Mio. t, EU +4,00 Mio. t, Kanada +1,71 Mio. t, Kasachstan +1,25 Mio. t, Russland +4,10 Mio. t, Ukraine +0,70 Mio. t und USA +2,08 Mio. t). Der Endlageranteil (stock to use, siehe Tabelle unten) bei den Exporteuren ist aber mit 18,2% deutlich unter dem globalen Wert von 33,7%, wobei er in der Gruppe weit streut von 10,7% in der EU, über 14,1% bei den Exporteuren ohne die USA und bis zu 45,9% in den USA.
Weizen 02-2026: Anteil Endlager an Verbrauch und globaler Reserve
| Verbrauch | Endlager | stock/use | Anteil an Endlager global |
|
| Welt | 824,1 | 277,5 | 33,7% | 100,0% |
| China | 149,0 | 124,9 | 83,8% | 45,0% |
| Welt ohne China |
897,0 | 152,7 | 17,0% | 55,0% |
| Exporteure | 428,7 | 77,9 | 18,2% | 28,1% |
| USA | 55,2 | 25,3 | 45,9% | 9,1% |
| EU | 146,0 | 15,7 | 10,7% | 5,6% |
Quelle: WASDE vom 10. Februar 2026, eigene Berechnungen, Zahlenangaben in Mio. t, gerundet.
Verbrauch: Eigenverbrauch + Export,
Exporteure: Argentinien, Australien, EU, Kanada, Russland, Ukraine, USA.
Anmerkung: WASDE zählt entgegen IGC-GMR Kasachstan nicht zur Gruppe der Exporteure und auch die USA nicht mit. Daten von Kasachstan und USA sind zur besseren Vergleichbarkeit mit IGC-GMR vom Autor in diese Tabelle hineingerechnet.
Weizenlager in USA und EU hinaufgesetzt - größere EU-Ernte nicht im Export kompensierbar
Das USDA korrigiert wegen schwacher Vermahlungszahlen in den USA den nationalen Weizenverbrauch um 0,13 Mio. t nach unten und die Endlager um die gleiche Menge nach oben, womit sie im Jahresabstand um 8,9% auf den höchsten Stand seit 2019/20 anschwellen. Auf einen höheren als bisher angenommenen Endlagerstand steuert auch die EU zu: Bei unveränderten Ernte- (144,00 Mio. t, +21,85 Mio. t zum Vorjahr) und Binnenverbrauchsdaten (114,50 Mio. t, +5,50 Mio. t zum Vorjahr) senken die Washingtoner Experten die Exporterwartung um 1,00 Mio. t auf 31,50 Mio. t (+3,58 Mio. t zum Vorjahr), die Anfangsbestände um 0,05 Mio. t auf 11,66 Mio. t (-4,12 Mio. t zum Vorjahr) und heben den Import um 0,50 Mio. t auf 6,00 Mio. t (-4,64 Mio. t zum Vorjahr) an. Es resultieren 15,66 Mio. t Weizenendbestand von 10,7% des Verbrauchs (Eigenverbrauch plus Export) - um 1,45 Mio.t mehr als im Jänner und um 4,00 Mio. t mehr als 2024/25. Die Europäische Union kann aus einer im Jahresabstand um 21,85 Mio. t größeren Ernte ihren Export nur um 3,58 Mio. t steigern und ihre Bilanz so nicht ausgleichen.
Bei den Exportprognosen stehen der Senkung für die EU nun Anhebungen für Argentinien um 2,00 Mio. t auf 18,00 Mio. t und Kanada um 1,00 Mio. t auf 29,00 Mio. t gegenüber. Russland bleibt bei 44,00 Mio. t und ist Nummer eins, unverändert auch der Weizenexport der USA (24,49 Mio. t), Australiens (27,00 Mio. t) und der Ukraine (14,00 Mio. t).
Bei den Exportprognosen stehen der Senkung für die EU nun Anhebungen für Argentinien um 2,00 Mio. t auf 18,00 Mio. t und Kanada um 1,00 Mio. t auf 29,00 Mio. t gegenüber. Russland bleibt bei 44,00 Mio. t und ist Nummer eins, unverändert auch der Weizenexport der USA (24,49 Mio. t), Australiens (27,00 Mio. t) und der Ukraine (14,00 Mio. t).
Weltweite Maisprognosen nach starker Anhebung im Jänner wieder leicht rückläufig
Nach den im Jänner überraschend deutlich angehobenen Maisprognosen für die USA und China ging es im Februar-Report bei den globalen Endlagerschätzungen - auch in den USA - wieder eine Spur zurück: Die weltweite Maiserzeugung sinkt zum Vormonat um 0,10 Mio. t auf 1.295,91 Mio. t (+65,33 Mio. t zum Vorjahr) und der Verbrauch steigt um 1,49 Mio. t auf 1.301,29 Mio. t (+49,79 Mio. t zum Vorjahr). Es stehen nun 288,98 Mio. t Maisendlager oder 22,21% des Verbrauchs an. Das sind 1,93 Mio. t weniger als im Vorbericht und um 5,37 Mio. t weniger als 2024/25. Der Bestandsabbau ist um 1,58 Mio. t stärker als im Vormonat angenommen.
Deutlicher Aufbau der Maislager in USA und ebenso deutlicher Abbau bei den anderen Exporteuren
Der Maisexport der USA wird um 2,54 Mio. t auf 83,82 Mio. t angehoben, der Endbestand im gleichen Ausmaß gesenkt. Dennoch schnellen die Maisendlager der USA im Jahresabstand um 14,62 Mio. t oder 37,10% in die Höhe. Ähnlich wie die EU beim Weizen können die USA eine gegenüber 2024/25 um 54,07 Mio. t (432,34 Mio. t) größere Maisernte nicht durch einen Exportzuwachs von lediglich 11,22 Mio. t (83,82 Mio. t) in ihrer Maisbilanz ausgleichen. Ihr Verhältnis stock to u se liegt mit 12,9% ebenfalls höher als das der restlichen Gruppe der Exporteure mit 5,7% (siehe Tabelle unten). Alle Exporteure zusammen bringen es auf 10,2% Endlageranteil am Verbrauch und deutlich weniger als die ganze Welt mit 22,2%. In der Gruppe der Exporteure ohne USA (Argentinien, Brasilien, Russland, Südafrika und Ukraine) findet ein deutlicher Abbau von 6,53 Mio. t oder 32,32% der Maisendbestände statt.
Mais 02-2026: Anteil Endlager an Verbrauch und globaler Reserve
| Verbrauch | Endlager | stock/use | Anteil an Endlager global |
|
| Welt | 1.301,3 | 289,0 | 22,2% | 100,0% |
| China | 321,0 | 180,2 | 56,1% | 62,3% |
| Welt ohne China |
1.186,8 | 108,8 | 9,2% | 37,7% |
| Exporteure | 670,6 | 68,3 | 10,2% | 23,6% |
| USA | 418,4 | 54,0 | 12,9% | 18,7% |
| EU | 76,8 | 5,9 | 7,6% | 2,0% |
Quelle: WASDE vom 10. Februar 2026, eigene Berechnungen, Zahlenangaben in Mio. t, gerundet.
Verbrauch: Eigenverbrauch + Export.
Exporteure: Argentinien, Brasilien, Russland, Südafrika, Ukraine, USA.
Anmerkung: WASDE zählt entgegen IGC-GMR die USA nicht bei Gruppe der Exporteure mit, dafür aber Russland und Südafrika. US-Daten sind in diese Tabelle zur besseren Vergleichbarkeit mit IGC-GMR vom Autor hineingerechnet.
Etwas mehr Maisernte in EU - Bilanz mit weniger Import und Verbrauch unverändert
Die Maisbilanz der EU belässt das USDA im Ergebnis - den Endlagern von 5,86 Mio. t oder 7,6% des Verbrauchs - unverändert. Allerdings steigt die Maisernte leicht um 0,20 Mio. t auf 56,95 Mio. t (-2,07 Mio. t zum Vorjahr) und sinken der Import um 0,50 Mio. t auf 19,50 Mio. t (+0,74 Mio. t zum Vorjahr) und der Verbrauch um 0,30 Mio. t (-1,10 Mio. t zum Vorjahr).
Auf der Angebotsseite am Maisweltmarkt kürzt das USDA den Export der Ukraine um 1,00 Mio. t auf 22,00 Mio. t (+1,98 Mio. t zum Vorjahr). Bei leicht angehobenem Eigenverbrauch steigt die Endlagerprognose der Ukraine um 0,80 Mio. t auf 1,65 Mio. t (-0,81 Mio. t zum Vorjahr).
Auf der Angebotsseite am Maisweltmarkt kürzt das USDA den Export der Ukraine um 1,00 Mio. t auf 22,00 Mio. t (+1,98 Mio. t zum Vorjahr). Bei leicht angehobenem Eigenverbrauch steigt die Endlagerprognose der Ukraine um 0,80 Mio. t auf 1,65 Mio. t (-0,81 Mio. t zum Vorjahr).
Etwas mehr Sojabohnenproduktion und Endbestand sowie Lageraufbau
Die weltweite Sojabohnenerzeugung (428,18 Mio. t, +1,03 Mio. t zum Vorjahr) steigt im Monatsabstand um 2,50 Mio. t und der Verbrauch (424,74 Mio. t, +11,00 Mio. t zum Vorjahr) um 1,60 Mio. t. Die Endlagerschätzung erhöht sich um 1,10 Mio. t auf 125,51 Mio. t oder 29,55% des Verbrauchs. Zum Vorjahr steigen die Endlager um 1,85 Mio. t und um 0,84 Mio.t mehr als laut Jänner-WASDE.
Brasilien und Paraguay bringen mehr Soja ein und exportieren mehr Schrot
Die Sojadaten der USA (115,99 Mio. t Ernte und 42,86 Mio. t Export) erfuhren keine Änderung gegenüber Jänner. Dafür steigt Brasiliens Sojaernte um 2,00 Mio. t auf 180,00 Mio. t (+8,50 Mio. t zum Vorjahr) und die Paraguays um 0,50 Mio. t auf 11,50 Mio. t. Die Exporte der beiden Südamerikaner steigen aber nicht (Brasilien 114,00 Mio. t, Paraguay 7,70 Mio. t), jedoch ihr Crush und die Ausfuhr von Sojaschrot zur Bedienung steigender Weltmarktnachfrage - unter anderem aus der EU. Das USDA hebt den Sojaschrotimport der Union um 1,00 Mio. t auf 19,45 Mio. t an; das sind aber noch immer 1,16 Mio. t weniger als 2024/25. Schon 2024/25 hat der Verbrauch von Sojaschrot in der EU in Folge wettbewerbsfähiger Preise um 4,30 Mio. t zugelegt - ähnlich wie in den USA mit 2,16 Mio. t Zuwachs. 2025/26 soll sich der Verbrauch in der EU auf Kosten eines steigenden Einsatzes von Rapsschrot aufgrund der Erholung der Produktion aber wieder um 0,30 Mio. t auf 30,94 Mio. t Sojaschrot zurückziehen.
Mehr US-Soja für China steigert Export nicht - sondern Umlenkung von Warenströmen
China soll laut USDA unverändert 112,00 Mio. t Sojabohnen (+4,00 Mio. t zum Vorjahr) importieren und den Kauf von mehr Bohnen aus den USA erwägen. Da das gesamte weltweite Importvolumen mit 185,99 Mio. t weitgehend gleich zum Jänner belassen wird und die USA mit 42,86 Mio. t um 8,37 Mio. t weniger bohnen als im Vorjahr ausführen sollen, rechnet das Washingtoner Agrarressort nun damit, dass US-Exporteure Warenströme lediglich von anderen Exportdestinationen nach China umlenken werden.