WASDE Jänner 2026: Mais-Prognosen der USA und Chinas gegenüber Dezember über Erwarten stark angehoben
Auch Weizenendlager raufgesetzt und steigend - Lagerabbau beim Mais nunmehr viel geringer
Das US-Landwirtschaftsministerium USDA hebt im WASDE-Report vom Jänner die Maisernten und Endlager der USA und Chinas sowie letztlich die der Welt über Erwarten stark an. Die Maisbilanz bleibt nur mehr knapp negativ. Es steigen aufgrund einer Rekord-Weizenernte Argentiniens und wegen nach oben revidierten russischen Weizenerträgen auch die globalen Prognosen für Weizen und Getreide insgesamt inklusive Lageraufbau. Höhere Endlagerschätzungen - insbesondere auch für die USA - tragen bei, dass sich die Bilanzprognose für Sojabohnen von leichtem Abbau der Endbestände auf Aufbau dreht.
Die weltweite Getreideproduktion 2025/26 (alle Getreidearten und Mais) legt gegenüber dem Vorjahr um 120,33 Mio. t oder 4,2% auf 2.973,93 Mio. t zu, das Angebot nach dem vorjährigen Lagerabbau nur um 97,55 Mio. t oder 2,3% auf 3,748,60 Mio. t. Die USDA-Schätzung der Produktion steigt dabei vor allem wegen 13,05 Mio. t mehr Mais und 4,36 Mio. t mehr Weizen gegenüber dem Dezember-Report um 19,90 Mio. t und die des Angebots um 22,15 Mio. t. Obwohl die Welt 2025/26 um 81,75 Mio. t oder 2,8% mehr Getreide (2.958,13 Mio. t) als 2024/25 verbraucht, steigen die Endlager im Jahresabstand um 15,80 Mio. t (+18,25 Mio. t Weizen, -3,79 Mio. t Mais) beziehungsweise 2,0% auf 790,47 Mio. t oder 26,72% des Verbrauchs an.
WASDE: USDA-Prognose zu weltweiten Versorgungsbilanzen - Jänner 2026
| 2023/24 | 2024/25 vorl. |
2025/26 Prognose |
25/26 zu Vormonat |
25/26 zu 24/25 |
|
| Weizen | |||||
| Ernte | 792,35 | 800,81 | 842,17 | +4,36 | +41,36 |
| Angebot | 1067,00 | 1070,85 | 1102,16 | +4,32 | +31,31 |
| Verbrauch | 796,96 | 810,86 | 823,91 | +0,94 | +13,05 |
| Endbestand | 270,05 | 260,00 | 278,25 | +3,38 | +18,25 |
| Bestand zu Vorjahr |
-4,60 | -10,05 | +18,25 | +3,41 | +8,20 |
| Ratio stock/use | 33,89% | 32,06% | 33,77% | +0,37% | +1,71% |
| Mais | |||||
| Ernte | 1230,71 | 1230,86 | 1296,01 | +13,05 | +65,15 |
| Angebot | 1536,07 | 1546,28 | 1590,71 | +14,38 | +44,43 |
| Verbrauch | 1220,65 | 1251,59 | 1299,80 | +2,62 | +48,21 |
| Endbestand | 315,42 | 294,70 | 290,91 | +11,76 | -3,79 |
| Bestand zu Vorjahr |
+10,06 | -20,72 | -3,79 | -10,43 | -16,93 |
| Ratio stock/use | 25,84% | 23,55% | 22,38% | +0,86% | -1,16% |
| Getreide gesamt | |||||
| Ernte | 2823,39 | 2853,60 | 2973,93 | +19,90 | +120,33 |
| Angebot | 3616,39 | 3651,05 | 3748,60 | +22,15 | +97,55 |
| Verbrauch | 2818,94 | 2876,38 | 2958,13 | +5,15 | +81,75 |
| Endbestand | 797,45 | 774,67 | 790,47 | +17,00 | +15,80 |
| Bestand zu Vorjahr |
+4,45 | -22,78 | +15,80 | +14,75 | -6,98 |
| Ratio stock/use | 28,29% | 26,93% | 26,72% | +0,53% | -0,21% |
| Sojabohnen | |||||
| Ernte | 396,35 | 427,15 | 425,68 | +3,14 | -1,47 |
| Angebot | 498,13 | 542,23 | 549,08 | +3,30 | +6,85 |
| Verbrauch | 383,64 | 413,51 | 423,14 | +1,29 | +9,63 |
| Endbestand | 115,08 | 123,40 | 124,41 | +2,04 | +1,01 |
| Bestand zu Vorjahr |
+13,30 | +8,32 | +1,01 | +0,14 | -7,1 |
| Ratio stock/use | 30,00% | 29,84% | 29,40% | +0,39% | -0,44% |
Quelle: WASDE-Bericht des USDA, 12. Jänner 2026, eigene Berechnungen, Angaben in Mio. t. Monatsvergleiche zum Report vom 9. Dezember 2025. Anmerkungen: Getreide enthält Weizen, alle Futtergetreide inklusive Mais und Reis. Die Daten von Sojabohnen basieren auf den lokalen Wirtschaftsjahren mit Ausnahme von Argentinien und Brasilien, deren Wirtschaftsjahre auf den Zeitraum Oktober bis September abgestellt werden. Daher können die Daten des globalen Angebots und Verbrauchs sowie von Export und Import nicht korrelieren. Nächster WASDE-Bericht: 10. Februar 2026.
Weizenernten Russlands und Argentiniens angehoben - Endlager wachsen noch mehr
Gegenüber Dezember steigt die Weizenernte Russlands um 2,00 Mio. t (89,50 Mio. t, +7,9 Mio. t zu 2024/25) und die Argentiniens um 3,50 Mio. t auf den neuen Rekord von 27,50 Mio. t (+8,99 Mio. t oder +48,6% zu 2024/25) und deren Endlagerprognose um 1,49 Mio. t respektive 1,50 Mio. t. Während Argentinien gegenüber dem Dezember-Report nunmehr um 1,50 Mio. t mehr Weizen (16,00 Mio. t) exportieren soll, bleibt die Ausfuhr Russlands bei 44,00 Mio. t unverändert. Das USDA revidiert - bei sonst zum Vormonat gleich gebliebenen Prognosedaten - die Weizenausfuhr der EU um 0,50 Mio. t auf 32,50 Mio. t nach unten und die Endlager um 0,50 Mio. t (14,21 Mio. t, + 2,50 Mio. t zum Vorjahr, 9,3% Anteil am Verbrauch, siehe Tabelle unten) hinauf. 0,50 Mio. t weniger Weizenexport (14,00 Mio. t) sieht sich auch die Ukraine gegenüber, die Endlager bleiben wegen steigenden Eigenverbrauchs aber unverändert.
Eine Anhebung von Anfangsbeständen und Produktion bei gleichzeitig Senkung des Inlandsverbrauchs zieht eine Korrektur der Weizenendlager in den USA um 0,69 Mio. t nach oben auf 25,51 Mio. t nach sich. Die US-Weizenendbestände wachsen binnen Jahresfrist um 8,4% oder 1,95 Mio. t auf 43,9% stock to use. Die Gruppe der anderen Weizenexporteure (Argentinien, Australien, EU, Kanada, Kasachstan, Russland und Ukraine) - also ohne die USA - weist einen Endlageranteil von nur 14,4% am Verbrauch (Inland plus Export) auf. Die Exporteure inklusive der USA bringen es auf 18,3% stock to use.
Eine Anhebung von Anfangsbeständen und Produktion bei gleichzeitig Senkung des Inlandsverbrauchs zieht eine Korrektur der Weizenendlager in den USA um 0,69 Mio. t nach oben auf 25,51 Mio. t nach sich. Die US-Weizenendbestände wachsen binnen Jahresfrist um 8,4% oder 1,95 Mio. t auf 43,9% stock to use. Die Gruppe der anderen Weizenexporteure (Argentinien, Australien, EU, Kanada, Kasachstan, Russland und Ukraine) - also ohne die USA - weist einen Endlageranteil von nur 14,4% am Verbrauch (Inland plus Export) auf. Die Exporteure inklusive der USA bringen es auf 18,3% stock to use.
Weizen 01-2026: Anteil Endlager an Verbrauch und globaler Reserve
| Verbrauch | Endlager | stock/use | Anteil an Endlager global |
|
| Welt | 823,9 | 278,3 | 33,8% | 100,0% |
| China | 149,0 | 124,9 | 83,8% | 44,9% |
| Welt ohne China |
894,7 | 153,4 | 17,1% | 55,1% |
| Exporteure | 427,4 | 78,0 | 18,3% | 28,0% |
| USA | 55,9 | 24,5 | 43,9% | 8,8% |
| EU | 147,5 | 13,7 | 9,3% | 4,9% |
Quelle: WASDE vom 12. Jänner 2026, eigene Berechnungen, Zahlenangaben in Mio. t, gerundet.
Verbrauch: Eigenverbrauch + Export,
Exporteure: Argentinien, Australien, EU, Kanada, Russland, Ukraine, USA.
Anmerkung: WASDE zählt entgegen IGC-GMR Kasachstan nicht zur Gruppe der Exporteure und auch die USA nicht mit. Daten von Kasachstan und USA sind zur besseren Vergleichbarkeit mit IGC-GMR vom Autor in diese Tabelle hineingerechnet.
Bei den Weizenimporteuren verzeichnet China als zweitgrößter Produzent der Welt (140,07 Mio. t hinter der EU mit 144,00 Mio. t) einen Lagerabbau um 2,93 Mio. t auf 124,85 Mio. t, sitzt aber immer noch auf 83,8% des Jahressverbrauchs an Reserve. Indien, der drittgrößte Weizenanbauer (117,95 Mio. t) und mit ausgeglichener Ausßenhandelsbilanz von je 0,25 Mio. t Ein- und Ausfuhr baut seine Weizenreserven um 5,44 Mio. t auf 17,24 Mio. t oder 15,3% vom Verbrauch auf.
Die Erhöhung der Weizenexporte Argentiniens (+1,50 Mio. t) und Kasachstans (+0,50 Mio. t) mündet in ein gegenüber dem Vormonat um 1,05 Mio.t größeres weltweites Exportvolumen von 278,25 Mio. t. Dieses übertrifft die Vorjahresmarke um 9,27 Mio. t oder 4,4%.
Die Erhöhung der Weizenexporte Argentiniens (+1,50 Mio. t) und Kasachstans (+0,50 Mio. t) mündet in ein gegenüber dem Vormonat um 1,05 Mio.t größeres weltweites Exportvolumen von 278,25 Mio. t. Dieses übertrifft die Vorjahresmarke um 9,27 Mio. t oder 4,4%.
USDA überrascht mit deutlich hinaufgesetzten Maisprognosen für USA und China
Die größte Überraschung liefert das US-Agrarressort mit seiner gegenüber dem Vormonat deutlich und über Erwarten angehobenen Maisprognose: Demnach setzt es die Maisernte der USA um 6,81 Mio. t auf 432,34 Mio. t und jene Chinas 6,24 Mio. t auf 301,24 Mio. t sowie die Endlager der USA um 5,03 Mio. t (56,56 Mio. t bzw. 17,16 Mio. t oder 43,6% Lageraufbau) und die Chinas um 6,24 Mio. t auf 180,15 Mio. t hinauf. Besonders fällt an der Anhebung der US-Maisproduktion auf, dass das Washingtoner Landwirtschaftsministerium die geerntete Maisfläche der USA zum Dezember um 526.000 ha und gegenüber dem Juli-WASDE sogar 1,82 Mio. ha größer ansetzt. Die 432.34 Mio. t US-Mais stellen einen neuen Rekord dar und übertreffen die bisherige Höchstmarke von 389,67 Mio. t aus 2023 um 42,67 Mio. t. China hat entgegen den USA einen Lagerabbau um 11,78 Mio. t auf 180,15 Mio. t (56,1% seines Jahresverbrauchs und 61,9% aller globalen Maisreserven, siehe Tabelle unten) zu erwarten.
Globaler Lagerabbau nunmehr schwächer - Hoher Endlageranteil in den USA
Der globale Lagerabbau von Mais schwächt sich durch die Korrekturen des USDA binnen Monatsfrist um 10,43 Mio. t von 14,22 Mio. t auf 3,79 Mio.t ab. Die globale Endlagerschätzung steigt zum Vormonat um 11,76 Mio. t auf 290,91 Mio. t oder 22,38% des Verbrauchs. Im Vergleich von stock to use innerhalb der Gruppe der Exporteure weisen die USA auch beim Mais mit 13,6% höhere Endlageranteile am Verbrauch auf: nämlich gegenüber 10,5% aller Exporteure (inklusive USA) und vor allem mit praktisch doppelt so viel wie bei den anderen Exporteuren ohne die USA mit 5,3%.
Mais 01-2026: Anteil Endlager an Verbrauch und globaler Reserve
| Verbrauch | Endlager | stock/use | Anteil an Endlager global |
|
| Welt | 1299,8 | 290,9 | 22,4% | 100,0% |
| China | 321,0 | 180,2 | 56,1% | 61,9% |
| Welt ohne China |
1183,9 | 110,8 | 9,4% | 38,1% |
| Exporteure | 668,8 | 70,1 | 10,5% | 24,1% |
| USA | 415,8 | 56,6 | 13,6% | 19,4% |
| EU | 77,1 | 5,9 | 7,6% | 2,0% |
Quelle: WASDE vom 12. Jänner 2026, eigene Berechnungen, Zahlenangaben in Mio. t, gerundet.
Verbrauch: Eigenverbrauch + Export.
Exporteure: Argentinien, Brasilien, Russland, Südafrika, Ukraine, USA.
Anmerkung: WASDE zählt entgegen IGC-GMR die USA nicht bei Gruppe der Exporteure mit, dafür aber Russland und Südafrika. US-Daten sind in diese Tabelle zur besseren Vergleichbarkeit mit IGC-GMR vom Autor hineingerechnet.
USA vor Brasilien größter Maisexporteur - Kaum Änderung an EU-Maisbilanz
Größter Maisexporteuer bleiben die USA mit 81,28 Mio. t vor Brasilien mit 43,00 Mio. t. Die Ukraine bringt es auf 23,00 Mio. t Maisausfuhr. Alle diese Schätzungen sind unverändert gegenüber Dezember. Mit Ausnahme 0,07 Mio. t größerer Anfangs- und ebenso höherer Endbestände ändert sich auch nichts an der EU-Maisbilanz. Bei 56,75 Mio. t Ernte (-2,27 Mio. t zum Vorjahr) muss die Union 20,00 Mio. t (+1,24 Mio. t zum Vorjahr) Mais vom Weltmarkt einführen, um den Verbrauch von 75,30 Mio. t (-0,80 Mio. t zum Vorjahr) decken zu können.
Sojabilanz ins Positive gedreht - USA verlieren beim Export an Brasilien
Das USDA dreht die globale Sojabohnenbilanz im Vergleich zum Dezember von erstmalig seit Jahren leicht negativ (0,87 Mio. t Lagerabbau) auf neuerlich positiv (1,01 Mio. t Lageraufbau). Die weltweite Bohnenproduktion (425,68 Mio. t) verfehlt das Vorjahresergebnis um 1,47 Mio. t. Der Verbrauch nimmt zwar zum Vorjahr um 9,63 Mio. t zu, bleibt aber mit 423,14 Mio. t unter der Erntemenge, sodass die Lager wieder anwachsen.
In dem vom Quintett Brasilien, USA, Argentinien, Uruguay und Paraguay dominierten Exportwettbewerb (132,85 Mio. t Export dieser fünf Länder von 187,57 Mio. t weltweitem Export) verschieben sich die Marktanteile weiter von den USA (Nummer zwei) hin zur Nummer eins, Brasilien: Demnach setzt das USDA die Sojabohnenausfuhr der USA aus einer um 3,06 Mio. t kleineren Ernte als im Vorjahr um 8,37 Mio. t darunter an, wobei es die Prognose binnen Monatsfrist um 1,46 Mio.t zurücknimmt. Damit dreht die US-Sojabilanz zusammen mit erhöhten Anfangsbeständen von negativ auf positiv und zieht auch den globalen Vorzeichenwechsel nach sich.
Brasilien dementgegen kann seine Bohnenproduktion im Jahresvergleich um 6,50 Mio. t (178,00 Mio. t, +3,00 Mio. t gegenüber dem Vormonat) und seinen Export sogar um 10,86 Mio. t (114,00 Mio. t, +1,50 Mio. t zum Vormonat) steigern. Größter Importeur von Sojabohnen ist mit Abstand China: Es saugt 112,00 Mio. t Sojabohnen oder 59,7% des weltweiten Handelsvolumens auf und steigert die Einfuhr im Jahresabstand um 4,00 Mio. t - nachdem es sie aber 2024/25 im gleichen Ausmaß um 4,00 Mio.t gedrosselt hat.
In dem vom Quintett Brasilien, USA, Argentinien, Uruguay und Paraguay dominierten Exportwettbewerb (132,85 Mio. t Export dieser fünf Länder von 187,57 Mio. t weltweitem Export) verschieben sich die Marktanteile weiter von den USA (Nummer zwei) hin zur Nummer eins, Brasilien: Demnach setzt das USDA die Sojabohnenausfuhr der USA aus einer um 3,06 Mio. t kleineren Ernte als im Vorjahr um 8,37 Mio. t darunter an, wobei es die Prognose binnen Monatsfrist um 1,46 Mio.t zurücknimmt. Damit dreht die US-Sojabilanz zusammen mit erhöhten Anfangsbeständen von negativ auf positiv und zieht auch den globalen Vorzeichenwechsel nach sich.
Brasilien dementgegen kann seine Bohnenproduktion im Jahresvergleich um 6,50 Mio. t (178,00 Mio. t, +3,00 Mio. t gegenüber dem Vormonat) und seinen Export sogar um 10,86 Mio. t (114,00 Mio. t, +1,50 Mio. t zum Vormonat) steigern. Größter Importeur von Sojabohnen ist mit Abstand China: Es saugt 112,00 Mio. t Sojabohnen oder 59,7% des weltweiten Handelsvolumens auf und steigert die Einfuhr im Jahresabstand um 4,00 Mio. t - nachdem es sie aber 2024/25 im gleichen Ausmaß um 4,00 Mio.t gedrosselt hat.