WASDE März 2026: Endlager von Weizen leicht gesenkt und von Mais angehoben

EU-Weizenbilanz bei weniger Export und mehr Verbrauch nahezu unverändert
Der WASDE-Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums USDA vom März bringt gegenüber dem Vormonat eine leichte Senkung der Weizenendlager 2025/26 sowie Anhebung der Endbestände von Mais und Getreide insgesamt. Gegenüber dem Vorjahr bauen sich die Endlager von Weizen und des gesamten Getreides auf und die von Mais etwas ab. In der EU-Weizenbilanz korrigiert der Report bei ansonsten nahezu unveränderten Parametern den Export um 1 Mio. t nach unten und den Verbrauch - dank mehr Verfütterung - um 1 Mio. t hinauf.
Die USDA-Prognose für die weltweite Produktion und das Angebot von Getreide 2025/26 (alle Getreidearten und Mais) steigt gegenüber Februar um 3,02 Mio. t - davon 2,70 Mio. t Futtergetreide - auf 2.976,53 Mio. t. Das sind um 123,13 Mio. t oder 4,3% mehr als im Vorjahr. Nahezu unverändert zum März setzt der WASDE den Verbrauch mit 2.959,64 Mio.t oder plus 84,90 Mio. t beziehungsweise plus 3,0% höher als 2024/25 an. Es resultiert ein Endlager von 792,27 Mio. t - um 4,09 Mio. t mehr als vor Monatsfrist und um 16,89 Mio. t sowie 2,2% mehr als in der vorigen Saison. Die Endlager machen 26,77% des Verbrauchs (stock to use) aus.

WASDE: USDA-Prognose zu weltweiten Versorgungsbilanzen - März 2026

2023/24 2024/25
vorl.
2025/26
Prognose
25/26
zu Vormonat
25/26
zu 24/25
Weizen
Ernte 791,53 800,43 842,12 +0,32 +41,69
Angebot 1.066,17 1.069,88 1.101,75 +0,18 +31,87
Verbrauch 796,73 810,24 824,80 +0,74 +14,56
Endbestand 269,44 259,63 276,96 -0,55 +17,33
Bestand
zu Vorjahr
-5,20 -9,81 +17,33 -0,41 +7,52
Ratio stock/use 33,82% 32,04% 33,58% -0,10% +1,54%
Mais
Ernte 1.231,13 1.230,59 1.297,44 +1,53 +66,85
Angebot 1.536,49 1.545,84 1.593,26 +3,00 +47,42
Verbrauch 1.221,24 1.250,02 1.300,51 -0,78 +50,49
Endbestand 315,25 295,82 292,75 +3,77 -3,07
Bestand
zu Vorjahr
+9,89 -19,43 -3,07 -2,30 -15,36
Ratio stock/use 25,81% 23,67% 22,51% +0,30% -1,15%
Getreide gesamt
Ernte 2.822,94 2.853,40 2.976,53 +3,02 +123,13
Angebot 3.616,03 3.650,12 3.751,90 +4,25 +101,78
Verbrauch 2.819,31 2.874,74 2.959,64 +0,17 +84,90
Endbestand 796,72 775,38 792,27 +4,09 +16,89
Bestand
zu Vorjahr
+3,63 -21,34 +16,89 +2,85 -4,45
Ratio stock/use 28,26% 26,97% 26,77% +0,14% -0,20%
Sojabohnen
Ernte 396,40 427,19 427,18 -1,00 -0,01
Angebot 498,18 542,27 551,02 -0,82 +8,75
Verbrauch 383,69 413,40 424,16 -0,58 +10,76
Endbestand 115,08 123,84 125,31 -0,20 +1,47
Bestand
zu Vorjahr
+13,30 +8,76 +1,47 -0,38 -7,29
Quelle: WASDE-Bericht des USDA, 10. März 2026, eigene Berechnungen, Angaben in Mio. t. Monatsvergleiche zum Report vom 10. Februar 2026. Anmerkungen: Getreide enthält Weizen, alle Futtergetreide inklusive Mais und Reis. Die Daten von Sojabohnen basieren auf den lokalen Wirtschaftsjahren mit Ausnahme von Argentinien und Brasilien, deren Wirtschaftsjahre auf den Zeitraum Oktober bis September abgestellt werden. Daher können die Daten des globalen Angebots und Verbrauchs sowie von Export und Import nicht korrelieren. Nächster WASDE-Bericht: 9. April 2026.

Trotz leichter Senkung bleiben globale Weizenendlager auf höchstem Stand seit fünf Jahren

Die weltweite Weizenprognose enthält diesen Monat etwas mehr Angebot und Verbrauch aber weniger Exporte und Endlager. Demnach steigen zum Februar die Weizenerzeugung um 0,32 Mio. t (842,12 Mio. t, +41,69 Mio. t bzw. +5,2% zum Vorjahr), das Angebot wegen kleinerer Anfangsbestände nur um 0,18 Mio. t (1.101,75 Mio. t, +31,87 Mio. t bzw. +3,0% zum Vorjahr) und der Verbrauch um 0,74 Mio. t (824,80 Mio. t, +14,56 Mio. t bzw. +1,8% zum Vorjahr). Es steigen die Erntedaten der Ukraine (+1,00 Mio. t) und Kasachstans (+0,43 Mio. t) und sinken die Australiens um 1,00 Mio. t. Zur Verbrauchsanhebung trägt insbesondere die EU mit 1,00 Mio.t mehr Weizenverfütterung bei. Die Endlagerprognose sinkt um 0,55 Mio. t auf 276,96 Mio. t - dies sind 17,33 Mio.t beziehungsweise 6,7% Bestandsaufbau zum Vorjahr. Die Weizenendlager betragen 33,58% des Verbrauchs (-0,10% zum Vormonat und +1,54% zum Vorjahr), verharren aber immer noch am höchsten Stand seit fünf Jahren.

Weizen: USA mit hohem Endlagerstand - EU gleicht Mehrproduktion nicht durch mehr Export und Verbrauch aus

Das USDA belässt die Weizenbilanz der USA im Monatsabstand gleich, die Endlager bauen sich im Jahresabstand um 2,08 Mio. t auf ein Verhältnis von 45,9% stock to use auf (siehe unten Tabelle "Weizen 03-2026: Anteil Endlager an Verbrauch und globaler Reserve"). Auch in der EU steigen die Endlager - und zwar um 4,0 Mio. t auf 15,67 Mio. t (+0,01 Mio. t zum Vormonat) - aber nur auf 10,7% ihres Verbrauchs. Die Exporterwartung für die Union wird um 1,00 Mio. t auf 30,50 Mio. t (+2,58 Mio. t) Weizen gesenkt. Diese Steigerung des Exports und 6,50 Mio. t (115,50 Mio. t) Mehrverbrauch im Jahresvergleich können aber 21,85 Mio. t (144,00 Mio. t) Produktionssteigerung in der Bilanz nicht wettmachen.

Weizen 03-2026: Anteil Endlager an Verbrauch und globaler Reserve

Verbrauch Endlager stock/use Anteil an
Endlager global
Welt 824,8 277,0 33,6% 100,0%
China 149,0 124,9 83,8% 45,1%
Welt
ohne China
898,0 152,1 16,9% 54,9%
Exporteure 429,5 77,5 18,1% 28,0%
USA 55,2 25,3 45,9% 9,1%
Quelle: WASDE vom 10. März 2026, eigene Berechnungen, Zahlenangaben in Mio. t, gerundet. Verbrauch: Eigenverbrauch + Export, Exporteure: Argentinien, Australien, EU, Kanada, Russland, Ukraine, USA. Anmerkung: WASDE zählt entgegen IGC-GMR Kasachstan nicht zur Gruppe der Exporteure und auch die USA nicht mit. Daten von Kasachstan und USA sind zur besseren Vergleichbarkeit mit IGC-GMR vom Autor in diese Tabelle hineingerechnet.
Das USDA hebt das globale Weizenexport-Potenzial gegenüber Februar um 0,20 Mio. t (222,16 Mio. t, 26,4% der Erzeugung) an. Die Exporttätigkeit 2025/26 übertrifft die im vorigen Jahr um 11,69 Mio.t oder 5,6%. Die Gruppe der größten Weizenexporteure mit Ausnahme der USA (Argentinien, Australien, EU, Kanada, Russland, Ukraine) verzeichnet im Jahresvergleich einen deutlichen Bestandsaufbau um 13,34 Mio. t auf 47,30 Mio. t, was aber nur 13,3% ihres Verbrauchs und 17,1% Anteil an den globalen Weizenreserven ausmacht. Einschließlich der USA bringen es die Exporteure auf 18,1% Endlageranteil am Verbrauch und von 28,0% der globalen Reserven.

Argentinien steht als aktuell billigster Anbieter vor Rekord-Weizenexport

In den Länderprognosen hebt der Report die Weizenausfuhr Argentiniens gegenüber der vorigen Ausgabe um 1,50 Mio. t auf den Rekord von 19,50 Mio. t (+6,19 Mio. t zum Vorjahr) an, weil es seinen Plata-Weizen innerhalb der Gruppe der Exporteure zurzeit am preisgünstigsten anbietet. Auch Kasachstan werden 0,43 Mio. t mehr Weizenausfuhr (19,33 Mio. t, +0,75 Mio. t zum Vorjahr) als vor einem Monat zugetraut. Neben der EU betreffen Senkungen des Weizenexports um jeweils 0,50 Mio. t die Nummer eins, Russland (43,50 Mio. t, +0,50 Mio. t zum Vorjahr), und die Ukraine (13,50 Mio. t, -2,25 Mio. t zum Vorjahr).

Produktion von Futtergetreide um 2,70 Mio. t und von Mais um 1,53 Mio. t hinaufgesetzt

Die Washingtoner Experten setzen gegenüber Februar die globale Produktion von Futtergetreide um 2,70 Mio. t auf 1.593,13 Mio. t (+81,78 Mio. t bzw. +5,4%zum Vorjahr) und die von Mais um 1,53 Mio. t auf 1.297,44 Mio. t (+66,85 Mio. t bzw. +5,4%zum Vorjahr) hinauf. Die Endlager von Futtergetreide steigen dabei im Monatsabstand um 3,98 Mio. t (+0,75 Mio. t zum Vorjahr) und die von Mais um 3,77 Mio. t auf 292,75 Mio.t. Dies entspricht einem Lagerabbau um 3,07 Mio. t Mais und 2,2% auf 22,51% des Verbrauchs.

US-Maisendlager wachsen anders als bei anderen Exporteuren stark - EU-Bilanz unverändert

Gleich wie im Februar bleibt die Maisbilanz des größten Produzenten und Exporteures, den USA, wo es bei 54,07 Mio. t (432,34 Mio. t) oder 14,3% Produktionssteigerung gegenüber 2024/25 entgegen dem Trend bei den anderen Exporteuren zu 14,62 Mio. t (54,02 Mio. t) oder 37,1% Lageraufbau kommt. Der Endlageranteil der USA an Mais steigt auf 12,9% ihres Verbrauchs und 18,5% der weltweiten Bestände (siehe unten Tabelle " Mais 03-2026: Anteil Endlager an Verbrauch und globaler Reserve "), wohingegen alle Exporteure (Argentinien, Brasilien, Russland, Südafrika, Ukraine, USA) miteinander auf 10,6% stock to use kommen und die Exporteure ohne USA auf nur 6,8%. In Südamerika steigt die Ernteprognose um 1,00 Mio. t (132,00 Mio.t, -4,00 Mio. t zum Vorjahr) für Brasilien, sinkt aber wegen Trockenheit im Februar die für Argentinien um auch 1,00 Mio. t (52,00 Mio. t, +2,00 Mio.t zum Vorjahr).
 
In Europa steigt die Maiserzeugung der Ukraine zum Februar um 1,70 Mio. t auf 30,70 Mio. t (+3,90 Mio. t zum Vorjahr) und bleibt die Ausfuhr bei 22,00 Mio. t (+1,80 Mio. t zum Vorjahr). Keine Änderung gibt es auch an der Maisbilanz der EU. Die Union erzeugt 56,95 Mio. t Mais (-2,07 Mio.t zum Vorjahr), verbraucht 75,00 Mio. t (-1,10 Mio.t zum Vorjahr) und muss 19,50 Mio. t Mais (+0,74 Mio.t zum Vorjahr) importieren.

Mehr Sonnenblumen und Raps sowie weniger Sojabohnen - Ölsaaten- und Sojalager wachsen

Mehr Produktion von Sonnenblumen, Raps und Baumwollsaat - nur teilweise kompensiert von weniger Sojabohnen als zuletzt angenommen lassen die weltweite Ölsaatenerzeugung um 1,76 Mio. t auf 697,54 Mio. t (+12,59 Mio.t zum Vorjahr) größere Anfangsbestände das Angebot auf 839,75 Mio. t (+18,70 Mio.t zum Vorjahr) steigen. Nur 14,49 Mio. t jährliche Verbrauchssteigerung auf 582,28 Mio. t münden in 4,37 Mio. t Lageraufbau (146,58 Mio. t, +0,28 Mio. t zum Vormonat).
 
In der Sojabohnenbilanz sinken gegenüber dem Februar-Report Produktion (427,18 Mio. t, -1,00 Mio.t zum Vormonat, -0,01 Mio. t zum Vorjahr), Angebot (551,02 Mio. t, -0,82 Mio.t zum Vormonat, +8,75 Mio. t zum Vorjahr), Verbrauch (424,16Mio. t, -0,58 Mio.t zum Vormonat, +10,76 Mio. t zum Vorjahr) und Endlager (125,31 Mio. t, -0,20 Mio.t zum Vormonat, +1,47 Mio. t zum Vorjahr).

Sojabohnenexport: USA verlieren überproportional zu Ernteminus Marktanteile - Brasilien und Argentinien gewinnen

Im Wettbewerb zwischen den großen Drei im Exportgeschäft verlieren die USA im Jahresabstand 8,37 Mio. t (42,86 Mio. t) Sojabohnenausfuhr, obwohl sie nur 3,06 Mio. t (115,99 Mio. t) weniger ernten, kann aber Brasilien bei 8.50 Mio. t (180,00 Mio. t) Produktionssteigerung seine Bohnenausfuhr um 10,86 Mio. t (114,00 Mio. t) hochfahren. Argentinien kommt bei einer um 3,11 Mio. t kleineren Ernte (48,00 Mio. t) auf 0,38 Mio. t (8,25 Mio. t) Exportsteigerung, verkauft aber im Gegensatz zum Mitbewerb einen größeren Teil seiner Bohnenernte zu Sojaschrot und Öl verarbeitet am Weltmarkt. China als größter Importeur soll 112 Mio. t Sojabohnen am Weltmarkt einkaufen, da sind um 4,00 Mio. t mehr als im Vorjahr

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