IGC-GMR Jänner 2026: Getreideproduktion und Endlager neuerlich angehoben
Mehrproduktion geht zu nahezu jeweils der Hälfte in Verbrauchszuwachs und Lageraufbau
Der Internationale Getreiderat (IGC) setzt im Grain Market Report (GMR) vom Jänner gegenüber zuletzt im November die weltweite Erzeugung von Getreide insgesamt (Weizen, Futtergetreide und Mais) um 31 Mio. t hinauf. 16 Mio. t der Mehrproduktion gehen in den ebenfalls nach oben revidierten Verbrauch und 15 Mio. t kommen auf den Endlagerbestand drauf, der im Jahresabstand um 45 Mio.t anschwillt.
Die gesamte Getreideproduktion der Welt erreicht 2025/26 nunmehr den Rekordwert von 2.461 Mio. t. Das sind um 133 Mio. t oder 5,7% mehr als 2024/25. Dazu tragen 5% höhere Flächenerträge und eine 1% größere Anbaufläche bei. Der IGC korrigiert die Weizenproduktion um 12 Mio. t - dabei vor allem um 4,2 M Mio. t für Argentinien und 3,4 Mio. t für Kanada auf 842 Mio. t (+41 Mio. t zum Vorjahr) nach oben. Die Maisernte steigt zum letzten Report um 15 Mio. t - in den USA um 13,3 Mio. t und in China 1,7 Mio. t - auf 1.313 Mio. t (+75 Mio. t zum Vorjahr). Auch die Gerstenproduktion - insbesondere die Kanadas und Australiens - wird größer geschätzt. Eine Verbrauchssteigerung zum Vorjahr um 66 Mio. t oder 2,8% auf 2.416 Mio. t vor allem in der Verfütterung übertrifft die Zuwachsraten der letzten Jahre. Dennoch erreichen die Endlager nach drei Jahren des Abbaus mit 634 Mio. t einen Aufbau um 45 Mio. t oder 7,6% auf 26,24% des Verbrauchs. Dies ist die stärkste Wachstumsrate in neun Jahren. Vor allem die wichtigen Exporteure (Argentinien, Australien, EU, Kanada, Kasachstan, Russland, Ukraine und USA) hätten einen überdurchschnittlich starken Lageraufbau um 51,8 Mio. t oder 40,2% auf 181 Mio. t zu gewärtigen. Den weltweiten grenzüberschreitenden Getreidehandel schätzt der Rat mit 446 Mio. t um 4 Mio. t größer als im November und - ebenfalls überdurchschnittlich wachsend - 23 Mio. t oder 5,4% über Vorjahresniveau. Die Erwartung einer üppigen weltweiten Versorgungslage ließ den IGC-Preisindex seit Ende November um 3,9% (-3,8% im Jahresabstand) fallen, wobei die Abnahme von der fob-Preise von Weizen und Sojabohnen Nettogewinne bei Reis, Gerste und Mais überwogen.
IGC-Weltgetreidebilanzen Jänner 2026
| 2023/24 | 2024/25 vorläufig |
2025/26 Prognose |
2025/26 zu November |
25/26 zu 24/25 |
|
| Weizen | |||||
| Ernte | 795 | 801 | 842 | +12 | +41 |
| Angebot | 1.079 | 1.075 | 1.106 | +12 | +31 |
| Verbrauch | 806 | 810 | 823 | +4 | +13 |
| Endbestand | 274 | 264 | 283 | +8 | +19 |
| Bestand zu Vorjahr |
-11 | -9 | +19 | +8 | +10 |
| Ratio stock/use | 34,00% | 32,59% | 34,39% | +0,81% | +1,79% |
| Mais | |||||
| Ernte | 1.234 | 1.238 | 1.313 | +15 | +75 |
| Angebot | 1.530 | 1.537 | 1.602 | +14 | +65 |
| Verbrauch | 1.231 | 1.248 | 1.297 | +9 | +49 |
| Endbestand | 299 | 289 | 305 | +5 | +16 |
| Bestand zu Vorjahr |
+2 | -10 | +16 | +6 | +6 |
| Ratio stock/use | 24,29% | 23,16% | 23,52% | +0,22% | -0,36% |
| Getreide gesamt | |||||
| Ernte | 2.312 | 2.328 | 2.461 | +31 | +133 |
| Angebot | 2.935 | 2.939 | 3.050 | +31 | +111 |
| Verbrauch | 2.324 | 2.350 | 2.416 | +16 | +66 |
| Endbestand | 611 | 589 | 634 | +15 | +45 |
| Bestand zu Vorjahr |
-12 | -22 | +45 | +15 | +23 |
| Ratio stock/use | 26,29% | 25,06% | 26,24% | +0,45% | +1,18% |
| Sojabohnen | |||||
| Ernte | 395 | 429 | 427 | +1 | -2 |
| Angebot | 457 | 501 | 509 | +1 | +8 |
| Verbrauch | 385 | 419 | 432 | +1 | +13 |
| Endbestand | 72 | 82 | 77 | 0 | -5 |
| Bestand zu Vorjahr |
+10 | +10 | -5 | +1 | -5 |
| Ratio stock/use | 18,70% | 19,57% | 17,82% | -0,04% | -1,75% |
Quelle: IGC, Grain Market Report vom 15. Jänner 2026 im Vergleich zum Report vom 20. November 2025, eigene Berechnungen, Zahlenangaben in Mio. t, gerundet. Nächster Report: 19. Februar 2026.
Aussicht auf 2026/27: Weizenproduktion könnte um 2% fallen und Lager sich moderat abbauen
In einem Ausblick auf das kommende Wirtschafsjahr 2026/27 sprechen die Londoner Experten von einer leichten Einschränkung der Anbaufläche von Weizen. Durchschnittserträge vorausgesetzt könnte die neue Ernte etwa 2% unter dem Ergebnis von 2025/26 zu liegen kommen. Der Verbrauch wird auf einem neuen Rekord erwartet, sodass die globalen Getreidelager wieder moderat zurückgehen könnten, bei den wichtigen Exporteuren aber auf einem komfortablen Niveau verbleiben dürften.
EU-Weizenproduktion angehoben und Exportprognose gesenkt
Der Rat hebt die Weizenproduktion der EU in der laufenden Saison um weitere 1,1 Mio. t auf 143,7 Mio. t (+24,2 Mio. t zum Vorjahr) und ebenso die Anfangsbestände um 1,2 Mio. t auf 10,8 Mio. t (-6,1 Mio. t zum Vorjahr) den Verbrauch - vor allem in der Fütterung - um 1,1 auf 113,3 Mio. t (+4,1 Mio. t zum Vorjahr) an., senkt aber die Exportprognose um 1,7 Mio. t auf 31,3 Mio. t (+3,1 Mio. t zum Vorjahr). Daraus resultiert eine zum November um 2,9 Mio. t höhere Endlagerschätzung von 16,7 Mio. t. Dies bedeutet einen Lageraufbau um 5,9 Mio. t auf dennoch noch sehr enge 11,5% des Verbrauchs (siehe Tabelle unten).
Zum Vergleich etwa wachsen 2025/26 die Weizenendlager der USA um 1,3 Mio. t auf 24,6 Mio. t (+0,7 Mio. t zum Vormonat) auf 44,0% ihres Verbrauchs an oder die in der Gruppe der größten Exporteure um 20,5 Mio. t auf 79,6 Mio. t oder 18,7% stock to use.
Zum Vergleich etwa wachsen 2025/26 die Weizenendlager der USA um 1,3 Mio. t auf 24,6 Mio. t (+0,7 Mio. t zum Vormonat) auf 44,0% ihres Verbrauchs an oder die in der Gruppe der größten Exporteure um 20,5 Mio. t auf 79,6 Mio. t oder 18,7% stock to use.
IGC Weizen 01-2026: Anteil Endlager an Verbrauch und globalen Reserven
| Verbrauch | Endlager | stock/use | Anteil an Endlager global |
|
| Welt | 823,1 | 283,3 | 34,4% | 100,0% |
| China | 148,0 | 135,5 | 91,6% | 47,8% |
| Welt ohne China |
883,9 | 147,8 | 16,7% | 52,2% |
| Exporteure | 425,2 | 79,6 | 18,7% | 28,1% |
| USA | 55,9 | 24,6 | 44,0% | 8,7% |
| EU | 144,6 | 16,7 | 11,5% | 5,9% |
Quelle: IGC, Grain Market Report vom 15. Jänner 2026, eigene Berechnungen, Zahlenangaben in Mio. t, gerundet.
Verbrauch: Eigenverbrauch + Export,
Exporteure: Argentinien, Australien, EU, Kanada, Kasachstan, Russland, Ukraine, USA.
Anmerkung: Im Gegensatz zum WASDE-Report zählt der GMR Kasachstan zur Gruppe der Exporteure.
Mais: Ernte in EU nach oben korrigiert - starker Lageraufbau in USA und Abbau in China
In der Maisprognose für die EU passt der IGC die Ernte nun um 1,4 Mio. t auf 58,1 Mio. t (-1,4 Mio. t zum Vorjahr) nach oben an und senkt die Einfuhr um 1,0 Mio. t auf 20,5 Mio. t (+1,6 Mio. t zum Vorjahr) sowie den Verbrauch um 0,6 Mio. t auf 76,0 Mio. t (+-1,0 Mio. t zum Vorjahr). Die um 3,3 Mio. t nach oben korrigierte US-Maisernte mündet trotz verbesserter Exportaussicht (79,5 Mio. t, +5,5 Mio. t zum November, +6,9 Mio. t zum Vorjahr) in einen drastischen Lageraufbau um 19 Mio. t auf 13,7% Anteil am Verbrauch. Auch dieser Wert (siehe Tabelle unten) liegt über dem der Exporteure von 13,7%, wobei diese ohne die USA nur 7,5% Ratio stock to use hätten. China trotz erhöhter Ernteschätzung hingegen steuert auf eine Lagerabbau um 5,1 Mio. t auf 179,9 Mio. t zu. Dies sind 57,6% des Verbrauchs und fast drei Fünftel der weltweiten Maisreserven.
IGC Mais 01-2026: Anteil Endlager an Verbrauch und globalen Reserven
| Verbrauch | Endlager | stock/use | Anteil an Endlager global |
|
| Welt | 1.296,8 | 304,8 | 23,5% | 100,0% |
| China | 312,3 | 179,9 | 57,6% | 59,0% |
| Welt ohne China |
1.180,0 | 124,9 | 10,6% | 41,0% |
| Exporteure | 645,7 | 73,5 | 11,4% | 24,1% |
| USA | 403,3 | 55,3 | 13,7% | 18,1% |
| EU | 78,1 | 7,4 | 9,5% | 2,4% |
Quelle: IGC, Grain Market Report vom 15. Jänner 2026, eigene Berechnungen, Zahlenangaben in Mio. t, gerundet.
Verbrauch: Eigenverbrauch + Export.
Exporteure: Argentinien, Brasilien, Südafrika, Ukraine, USA.
Anmerkung: Im Gegensatz zum WASDE-Report weist der GMR keine Gruppe der Exporteure sowie Daten für Russland aus. Die Zahlen der oben genannten Gruppe der Exporteure beruhen auf Eigenberechnung aus den IGC-Länderdaten.
Sojabohnen: Ernte leicht unter Vorjahresrekord - Verbrauch auf neuem Höchstwert
Die globale Erzeugung von Sojabohnen kommt mit 427 Mio. t um 2 Mio. t unter dem Vorjahresrekord zu liegen. Sie bleibt aber überdurchschnittlich, vor allem Brasilien erwartet eine Rekordernte. Das Angebot steigt dank der Überlager aus 2024/25 um 8 Mio. t, der Verbrauch allerdings um 13 Mio. t oder 3% auf den neuen Spitzenwert von 432 Mio. t, womit sich die Endbestände nach Jahren des Anwachsens um 5 Mio. t auf immer noch überdurchschnittliche 77 Mio. t verringern. Die Lagerstände sollen dabei bei den Exporteuren (Argentinien, Brasilien, USA) spürbar unter die vergangenen Höchstwerte fallen. Für den Sojabohnenhandel erwartet der IGC einen jährlichen Zuwachs von 1% auf die neue Höchstmarke von 187 Mio. t.
IGC-Preisindex seit November insgesamt um 3,9% schwächer
Der Gesamtpreisindex (GOI) der vom IGC erfassten Exportpreise sank in den vergangenen acht Wochen um 3,9% und im Jahresabstand um 3,8%. Den stärksten Einbruch gegenüber November mit deutlichen Einbußen in Südamerika aber auch in den USA verzeichnen aufgrund durchwegs bearisher Fundamentaldaten Sojabohnen mit minus 8,6% (-0,1% zum Vorjahr). Der Subindex von Weizen verlor zum letzten Report 1,8% (-3,4% zum Vorjahr). Die Preise entwickelten sich zwar bei den wichtigen Playern unterschiedlich, die Exportpreise waren jedoch durch reichliches weltweites Angebot gedrückt. Die Maispreise verloren als Reaktion auf die US-Ernteprognosen in den vergangenen Wochen von ihrer vorigen Stärke, blieben aber noch 0,7% (-3,6% zum Vorjahr) über dem Niveau Ende November. Gerste legte zum Vorigen Bericht um 2,6% und im Jahresvergleich um 5,2% zu. Eine von Überflutungen unterbrochene Ernte in Thailand sowie ein Anziehen der lokalen Preise in Pakistan verhalfen dem Reisindex zu einem Plus von 4,6% gegenüber November, er verlor jedoch 20,8% gegenüber dem Vorjahr.
Über den Grain Market Report - GMR des IGC
Die Kurzzusammenfassung des GMR auf der Website des IGC stellt neben dem Tabellenwerk eine kurze Analyse der jüngsten Entwicklung der Getreide- und Ölsaatenmärkte sowie der Exportpreise und einen Ausblick auf das weitere Wirtschaftsjahr zur Verfügung.
Die Veröffentlichung des nächsten Berichts ist am 19. Februar 2026 geplant.
Auf der Website des IGC (Link siehe unten) findet sich tagesaktuelle Information über Exportpreise, weiters eine Übersicht über wöchentlich upgedatete Ozeanfrachtraten sowie der Getreide- und Ölsaatenindex des IGC auf Basis Jänner 2000 = 100.
Die Veröffentlichung des nächsten Berichts ist am 19. Februar 2026 geplant.
Auf der Website des IGC (Link siehe unten) findet sich tagesaktuelle Information über Exportpreise, weiters eine Übersicht über wöchentlich upgedatete Ozeanfrachtraten sowie der Getreide- und Ölsaatenindex des IGC auf Basis Jänner 2000 = 100.